Bitcoin bei ARTE, hitzig :-)

Heute hat ARTE sich die Zeit genommen, eine Diskussion zu Bitcoin zu machen.

Hier das Video dazu.

Wie zu erwarten, war es sehr geladen, wurde sehr polarisierend und war einfach hart auszuhalten. Auch für mich. Denn es geht einfach nicht, 4 Leute, 2 Parteien, aufeinander loszulassen zum Thema Bitcoin, wenn man bedenkt, wie weitreichend Bitcoins Auswirkungen sind. So zeigte es sich auch.

Das ist ja nicht verwunderlich, denn Geld ist ja auch so ... die Auswirkung von Geld ist ÜBERALL und JEDERZEIT ... wir leben seit 300+ Jahren in diesem System und Geld ist für die allermeisten der Grund, sich die Lebenszeit strukturell abnehmen zu lassen, weil sie Geld brauchen ... für Dach, Essen, Mobilität und etwas Fun. Das ist normal, aber nicht natürlich. Natur ist die Pflanzen- und Tierwelt. Die können's auf diesem Planet auch ohne "Geld".

Für mich war Madame Bitcoin sehr klar und gut mit dem Schlussstatement. Denn sie hat grad klargestellt, dass diese Polemisierung ein Männerding ist ... diskret denkende Hirne, typisch Mann. Integriert denkende Hirne, Frauen, sehen das Thema umfassender. Nicht nur meine Aussage, sondern mit Studien belegt. Und: Die Natur hat unseren beiden Geschlechtern ja schon zwei Rollen zugewiesen ... das ändern ein paar Zehntausend Jahre ja nicht ... nur wir haben die Idee, dass wir das ums Verrecken ändern müssen ... andere Diskussion. Und auch in der hätte Bitcoin was zu sagen ... aber ich muss mich beschränken :-)

Dazu nur die Reiberei um die Definition und Bemessung von Inflation, CPI, Inhalt des massgebenden Warenkorbs ... typisch männlich. Wichtig, aber nicht zentral. Zentral ist, was aus dieser Definition folgt, wie die Zentralisten und Mächtigen sich damit die Sicht auf die Welt schönbasteln. Hinweise auf Zurechtschustern des Warenkorbs, dessen eventuellen Berechtigungsgrundes überhaupt, wurden meines Erachtens gar nicht genug gewürdigt. Das Weglassen von Miete, Strom und anderem finde ich zum Beispiel einfach realitätsfremd. Was nützt es mir, dass die Inflation 2% ist, wenn ich wegen Miete und Altersvorsorge mir nicht mal mehr den Warenkorb leisten kann ... in der Schweiz haben wir 20+% Armutsgefährdete ... die interessiert das alles herzlich wenig ...

Roman war natürlich umfassend und konnte alle Argumente kontern. Bofinger hatte einige gute und vor allem klare wirtschaftliche Basisinfos, wenn er sich auch wohl vergaloppierte in Sachen Miningpools - und dass diese die Macht seien. Obwohl sie doch auch nichts sind, wenn das Netzwerk ihre gefundenen Coins nicht akzeptiert. Einigen Wirtschaftsfakten muss Bitcoin genügen ... aber er muss nicht Egoisten befriedigen - alles keine Showstoppers für Bitcoin, aber Dinge, die man wissen und immer im Hinterkopf haben muss, wenn man sich mit Bitcoin beschäftigt. Bitcoin funktioniert, weil alles an ihm auf kooperativen Wettbewerb ausgelegt ist. Alle sind aufeinander angewiesen und zwar in der Art, dass es für jede Partei besser (erfolgreicher) ist, sich an die Regeln des Protokolls zu halten als dagegen.

Die von Bofinger wie vielen anderen zuvor aufgebrachte 51% Mining-Power Attacke hatte ich grad letztens mit dem Bitcoin-Mentor am Kaffeetisch eingehend durchleuchtet, um nur wieder darauf zurückzukommen: Wozu der Aufwand? Der dann dennoch keinen nachhaltigen Erfolg bringt, aber garantiert massiv Fiat kostet? Tja, dann soll's halt mal jemand (wer?) machen ... dann wissen wir's.

Allerdings hat er natürlich einen Punkt, wenn Mining Pools die Block Template Erzeugung gegenzeitig absprechen. Da besteht eine Zensur- und Optimierungspotential. Dass das geht, sieht man ja grad in meinem anderen Artikel über den Block 879613, der zeigt, dass – bei ausreichend Glück – eben solche Dinge möglich sind. Im Prinzip wurden damit Transaktionen für eine Blockzeit verzögert für solche Gimmicks. Die Block-Belohnung haben sie aber dennoch bekommen ... ob das eine echte Zentralisierungsgefahr ist ... kann ich nicht einschätzen, denn auch hier gibt es einen Markt: Wenn ein Pool so ein Spiel spielt, verdient er ja weniger an möglichen Fees. Das kann die echten Provider von Hash-Leistung ja dazu veranlassen, den Pool zu wechseln ... denn die Pools sind ja nur Verwaltungsmaschinerien, nicht die Hash-Maschinen selbst.

Was ich auch bei dieser Diskussion bemerkte: Es geht "nur" um die Vergleichswert-Erhöhung des Bitcoins im Vergleich zu Fiat, also CHF, EUR, USD etc. Bekannt als Numbers Go Up, also die Zahlen - wohlgemerkt die im Vergleichssystem - gehen immer höher. Mich nervt das, wenn NGU alleiniges Thema der Argumentation wird. ARTE hat das wohl bewusst in den Titel gesetzt.

Das Whitepaper von Nakamoto hat aber den Titel "An electronic cash system" .... nicht "ein Goldesel". Die Cyberpunks wollten nicht reich werden, sie wollten nur unbeobachtet vom Staat ihre Dinge machen können. Ich war 1992 mit PGP dabei, ich weiss noch genau, wieso mich PGP faszinierte. Andere Story.

Dass der Bitcoin im Vergleich zu anderen Systemen steigt, heisst ja nur, dass entweder die anderen immer schwächer (...) werden, oder dass diejenigen, die Bitcoin kaufen, irgendwas darin sehen, was die Vergleichssysteme nicht bieten. Lassen wir das mal so sein, dann stellt sich doch die Frage, wieso klappt das denn seit 16 Jahren? Sind diese Leute alle blöd, beschränkt, asozial? Sektierer? Aluhüte?

Oder eben eher solche, die das Gehirn nutzen - und für sich erkennen, dass alle Fiat Vergleichssysteme derart massive Schwächen haben, dass sie niemals die Mittel der Wahl sein können für eine selbständig und autonom entscheidende und agierende, global denkende Person. Warum auch immer eine Person zu diesem Schluss kommt, sie kauft den Bitcoin als Pfad in die persönlich "bessere" Zukunft. Was auch immer "besser" für sie heisst ... interessanterweise sind es ja viele der Nicht-so-Gstudierten, die Bitcoin kaufen ... schon noch spannend ... sollte den Ökonomie-Studierten ja eigentlich zu denken geben ... aber der Elfenbeinturm ist halt so schön und isolierend ... Bitcoin ist eine Grass-Root-Bewegung. So ist es.

Mir scheint, dass solche Diskussionen die letzten Rückzugsgefechte derer sind, die nicht eingestehen wollen, dass das alte System einfach nicht mehr passt, fast nichts löst(e), und damit eventuell einhergehend die Sinnlosigkeit des eigenen Tuns und Aufopferns aufzeigt. Und das schmerzt viele Menschen - es ist normal. Deshalb sterben wir ja, dass die neuen Ideen in die Welt kommen und versuchen, in dieser Welt irgendwie recht mit den anderen klar zu kommen.

Bitcoin löst einige der Schwächen des altes Systems, aber es ist kein Allheilmittel. Denn nicht Bitcoin sorgt für moralisch-ethische Herausforderungen in der Welt, sondern die lebenden Menschen. Bitcoin ist etwas für die zukunftsgerichteten Charaktere. Der Glatzkopf (leider weiss ich dessen Namen grad nicht) mischt in seiner Argumentation Halbwissen mit Dingen, die mit Bitcoin nichts zu tun haben, die Bitcoin auch nicht lösen kann, sondern nur Menschen, die Bitcoin nutzen. Deshalb fand ich ihn eine Fehlbesetzung. Ich spiele ja sehr gerne Advocatus Diaboli ... da wäre ich viel härter zu knacken gewesen für Madame Bitcoin oder Roman - wenn überhaupt.

Immerhin, eine heisse Diskussion war's. ;-)

PS:

Eine Schwäche das Fiat-Banken-Systems zeigte ja grad ein Beitrag vom Kassensturz dieses Tages: Da wurde die Ochsentour eines Mannes dargestellt, der UBS einfach verarscht wird - vielleicht nicht absichtlich, aber weil sie das Buchgeld nicht bewegen will ... weil sie Unterschriften wollte zur Beglaubigung - von TOTEN ... Bitcoin fixes this ... zumindest, wenn es non-custodial gehalten wird. Im Fiat-System ist das Powergame, Ohnmacht, ausgeliefert zu sein, nicht änderbar, wenn der Mächtige nicht will.

Trumps Face in Block 879613

Man kann schon lustige Sachen machen in der Blockchain ... wenn man genug Geld und Lotterieglück hat. Und dann muss man gut vorbereitet sein, denn dass die visualisierten Transaktionen im beliebten Mempool Explorer sich zu einem Bild formen ... ist schon eine klevere und beachtenswerte Vorarbeit ... in anderen Blockexplorern sieht man nichts vom Bild ...

Dieser Block wurde noch vor der Inauguration geminet. Da waren noch alle in der Euphorie, dass Trump irgendwas über Bitcoin wüsste ...

Nun, wo ich das schreibe, hat sich das erledigt, weil bisher von ihm nichts mehr zu Bitcoin gekommen ist ... so ist es nun für alle digitale Ewigkeit gespeichert, dass so ein Oranger mit der Nummer 47 mal irgendwie eine Bedeutung hatte ...

Bitcoin neu mit nur noch 0.9% Gebühren bei Relai.ch

Relai.ch war bekanntermassen einer der frühesten Bitcoin-Broker in der Schweiz. Mittlerweile ist das ja nicht mehr so. Dafür haben sie neuerdings ihre Broker-Gebühren gesenkt. Wenn man einen Einladungscode hat — meiner ist BTCPOWER —, kommt man auf die 0.9% Gebühren - sowohl bei Kauf wie auch Verkauf.

Bisher waren die Broker so um die 1.5% ... mal sehen, wie die anderen reagieren ...

Und da Relai ja seit geraumer Zeit auch externe Bitcoin Wallets unterstützt, lohnt sich natürlich, sich dazu eine Bitbox2 zu beschaffen, damit die Bitcoins auch sicher gelagert werden.

Wer eine Schulung, Einführung oder Workshop für sich selbst oder eine interessierte Gruppe geniessen möchte, darf sich gern an mich wenden. Ich biete dazu Schnelleinstiege in 1 Std. wie auch halbtägige Workshops an – gerne vor Ort oder online. Natürlich alle mit 21% Rabatt, wenn man sich gleich die erste Transaktion auf die eigene, neue Wallet während eines Kurses macht. Privatsphäre natürlich zu 100% garantiert ... einfach anfragen.

Mein Referenz-Link zur Bitbox ... wäre nett ...

Weil ich ja letztens gerade den Chef von Bitbox.swiss mit Glück gut ablichten konnte, passt es doch hier grad, wenn ich meinen Affiliate Link zu Bitbox-Produkten zur Nutzung anbiete. Ich danke für reges Klicken.

vlzewjma

Eindrücke meiner letzten Bitcoin Meetups, Appenzell und Baden Bitcoin Konferenz 2024

Ich möchte einige Bildeindrücke von Bitcoin-Events wiedergeben, an denen ich teilnahm. Einmal als Coach am zuvor beworbenen Appenzeller Wochenende und dann an der Baden Bitcoin Konferenz 2024.

Mir als Winterliebhaber hat das Wochenende im Appenzell gefallen, an dem die Teilnehmer Hands-on die ersten Schritte mit der Bitbox machten. Das Aufstehen im Seminar-Hotel auf Chäseren war für mich schon der tollste Start in den Tag, den ich mir vorstellen konnte. Die erfrischende Kälte und damit glasklare Sicht stimmte mit der meditativen Ruhe überein und die Augen durften das Spiel der aufgehenden Sonne über dem Schnee wahrnehmen und damit alle meine Sinne erfreulich stimmen ...

Das Seminar selbst wurde in gelassener, freundlicher und angenehmer Art durchgeführt. Etwas (positiver) Stress kam natürlich auf, als alle Anwesenden der kleinen Gruppe zum ersten Mal mit der Benutzeroberfläche der BitBox umgehen mussten ... doch der sichtbare Erfolg war dann der erkennbare Eingang eines Teiles des Kursgeldes, das jeder Teilnehmer über Lightning (Wallet of Satoshi) schlussendlich auf der BitBox verzeichnen konnte. So haben fast alle Teilnehmer zum ersten Mal einen kompletten Zahlungszyklus von Lightning-Erhalten, Swappen, Senden an die BitBox erfolgreich gemacht.



Baden Bitcoin Conference 2024

Gerade gestern erst war die BBC 2024 im Aargauischen Baden. Das dritte Mal fand die von Enthusiasten des Baden Bitcoin Clubs durchgeführte, eintägige Bitcoin-Only Konferenz statt. Auch diesmal war der Zuspruch recht gross, die Räume in der Berufsbildungsstätte waren bald nach Konferenzstart gut gefüllt.

Sehen und gesehen werden, das Motto. Natürlich, denn wir wollen, dass Bitcoin überall fuss fasst, sei es beim Kaffee ...

über augenbasierte Gesundsheitsdiagnose ...

oder in der Kunst ...

oder in handfesten Beschlaginstituten :-)

Wer zum ersten Mal mit dem doch so virtuellen Bitcoin in Kontakt kommt, wundert sich eventuell über derart zutiefst materielle Hilfsmittel rund um den Bitcoin ...

Natürlich waren die Schweizer Business Grössen als Sponsoren und Präsentatoren vor Ort. Der Stand der Entwicklung rund um die allseits bekannte BitBox wurde vom Chef persönlich vorgetragen.



Mir speziell hat ein Vortrag gefallen, gehalten von Thomas Jakob, da er - mir unbekannterweise - sich seit 25 Jahren sich um höchst politische und gesellschaftliche Themen mittels alternativen Denkens- und Handelsweisen kümmert. Das passt natürlich zu Bitcoin, da dessen disruptive Wirkung wohl noch niemand wirklich überschauen kann, da wir alle in einer anders denkenden Welt aufgewachsen sind und sozialisiert wurden. Bekanntlich gehören da auch moralische Glaubenssätze dazu - wohl die härtesten Mauern.

Seine Welt für ein zumindest mal inspirierendes neues Denken stellte er vor und forderte die Anwesenden auf, in einer physisch gleichen Erde, eben der Obox-Planet, unsere aktuelle Lebensweisen neu zu denken. Auf dass wir nicht immer einfach hinnehmen, wie's ist, weil's halt schon immer so war und man es eh nicht ändern kann ...

Seine energiereich und beseelt vorgetragene Reise in ein Denklaboratorium war sehr kurzweilig und bereichernd. Da ich ebenfalls gerne meinen Horizont der Vorstellungskraft erweitere, lade ich den Leser gerne ein, Thomas' Einladung zu folgen.



Lightning und damit die Skalierbarkeit von Bitcoin war das Thema des Vortrages von Severin.

Seine Aussicht ist dank all der LN-Nodes optimistisch. Man behalte in Erinnerung, dass das LN-Netzwerk immer noch non-custodial ist, das heisst, jede Transaktion ist atomar und nicht cancelbar. Erst Services der 3. Netzwerkebene werden zugunsten einer globalen Skalierung für alle 8 Milliarden reichen, denn erst diese erfüllen die Anforderung an unlimitierte Transaktionen pro Sekunde.



Den Abschluss des vortragenden Tages bildete des Podium zu Chancen und Schwierigkeiten der von den Banken gewünschten CDBCs.

Der gemeinsame Konsens ist wohl, dass die CDBCs kommen werden - ausser offenbar in der Schweiz, gemäss der SNB. Aber diese werden Bitcoin weder ver- noch bedrängen. Wohl im Gegenteil ...



Natürlich gab es begleitende Workshops. 21Lectures erklärte unter anderem, wie das oft benutzte, aber weniger bekannte Feature RBF im Bitcoin-Space funktioniert.

Und natürlich füllte der Bitcoin-Mentor die grösste Halle mit seinen einführenden Kursen zu Bitcoin und Lightning, aber auch zu Nostr ...

Seine Vergleichstabelle der Wertspeicher und Geldmittel ist immer noch eine der prägnantesten



Wer nie müde wird, Bitcoin-Konferenzen zu besuchen, da geht's dann weiter ...



See you on the Bitstream ...

Bitcoin Ausbildung in Appenzell 2024-11-29

Gerne teile ich den Flyer von Othmar, der im Bergrestaurant Chäseren in Schönengrund, Appenzell Ausserrhoden, am 29.11.2024 einen Workshop zum Thema Umdenken [dank und für Bitcoin, würd ich sagen] über zwei Tagen hinweg anbietet. Für Einsteiger, aber doch schon mit der Forderung, eine BitBox von ShiftCrypto erworben zu haben. Denn vom Kursgeld kommen am Praxistag schon à la El Salvador CHF 30 zurück auf die eigene BitBox.

Speziell an diesem Workshop ist die Umgebung, das schöne Hotel auf etwa 960 Meter über Meer lädt sicherlich auch für gute Gespräche draussen ein ... so das Wetter dann mitspielt.

Der Flyer mit weiteren Details dazu ist hier verlinkt oder unterhalb des Textes bei Download. Es sollen noch 4-5 Plätze frei sein.

"Instant Payment" in Schweizer Banken ... für 5 Franken

Reimt sich sogar ... war nicht beabsichtigt ... aber lachhaft ist es:

In meiner Online-Banking App der grössten CH-Bank wurde mir angeboten, dass ich nun Instant Payment benutzen könne ... eine Zahlung sei damit in 10 Sekunden überwiesen an eine andere CH-Bank. Mit Belegen. Ich freute mich schon - hatte ich von Instant Payment ja schon gehört ... aber, typisch Schweiz(?) ... kostet CHF 5.-, so ne Zahlung.

Geht's eigentlich noch? Wofür sollen die CHF 5.- denn sein? Dass die ihre Koordinationsaufwände bezahlt bekommen? Oder einfach noch simpler nur ne neue Einnahmequelle? Ob so eine Zahlung wirklich schon gesettlet ist nach 10 Sekunden ... weiss man ja nicht, ich meine, dass ich gelesen hätte, dass es eben noch nicht so ist ... dann bezahlt man mit den CHF 5.- offenbar das Verlustrisiko ...

Ok, sollen sie das so machen, das ist wohl der Rollout der CBDC-Vorhut ... solange es kostet, wird's wohl länger gehen mit der Adaption dieses Instant Payments. Uns soll's recht sein.

Tja, was soll ich sagen ... musste beim Lesen des Angebots halt spontan lachen: Bitcoin / Lightning ist schneller, um Faktor 50-100 günstiger und vor allem global und anonym ...

QED: Wie wir öfters lesen ... Bitcoin fixes this

Sebastian Lege und Saifedean Ammous

Ich liebe ja Sebastian Lege, ein Fernseh-Koch, der die Industrienahrung auseinander nimmt. Beispielsweise zeigt er, wie man Frickadellen o.ä. so billig machen kann, dass man sich realistischerweise fragen muss ... wie soll das denn gehen, wenn da echtes Fleisch drin sein soll? Dass in Erdbeer-Yoghurt vielleicht eine halbe Erdbeere drin ist, die niemals ausreichend Aroma abgibt, dass jenes von Hobelspänen-fressenden Bakterien stammt ... das wissen wir ja nun. Auch das auf Pizzen oftmals Analogkäse drauf ist, gefertigt aus vergleichsweise billigen Pflanzenölen. Und was es sonst noch so alles an Food Fakes gibt. Eigentlich wissen wir das ... und verdrängen es. Denn echte Qualitätsnahrungsmittel sind teurer als der Massenfood.

Lege legt aus ... was da wirklich drin ist. Das ist schon oft starker Tobak. Und warum das ganze? Man kommt nicht umhin zu vermuten, dass es Staatsraison sein soll, dass Food von jedem kaufbar, sprich, bezahlbar sein soll, auch wenn gewisse Nahrungsmittel eigentlich tatsächlich halt Luxus sind. Bekanntlich kann sich nicht jeder Luxus leisten - wieso soll sich aber jeder zweimal täglich Fleisch leisten können? Ist Fleisch-Essen ein Menschenrecht, steht das in irgendeiner Charta? Wohl kaum. Und doch wird suggeriert, dass es so sein soll. Kein Wunder, ist die Industrie zu einer Fake-Food-Industrie geworden, denn es muss ja möglich sein, eben, das Fleisch oder Fischessen ... Skandale in deutschen Fleischereien zeigen an sich ganz genau, welche Auswirkungen es hat, wenn "jeder Fleisch kaufen können soll" ...

Der Saifedean Ammous schreibt in seinem Buch Der Fiat-Standard, das ich erst jetzt dank eines glücklich passenden Angebots lese, von der Fiat-Food-Industrie. Was zeichnet diese aus? Dass sie staatsgesteuert sei, weil der Staat politisch motiviert will, dass alle ehedem luxuriöse Nahrungsmittel kaufen können sollen. Obwohl die echten guten Nahrungsmitteln nach wie vor oder sogar immer mehr Luxus sind und bleiben werden.

Der Staat ist in Saifedeans Sicht das Ausübungsorgan von Machtpolitikern. Diese haben das inflationäre Geld-Drucken erfunden, und kommen nun nicht mehr aus diesem Selbstläufer raus ... nach Etablierung des Nationalbanken, die pro Land der ultimative, unkaputtbare, unlimitierte Kreditgeber sind, stützen sich Staaten und deren Nationalbanken gegenseitig. Beide bedingen sich auch. So ist klar, dass dieses Zweigespann nicht mehr zu retten sei. Saifedean argumentiert dazu recht schlüssig und einleuchtend.

Als ich das las, fiel mir ein, dass ich als Jugendlicher mich immer fragte, was ist den der Gegenwert, den der Staat als Pfand hinterlegt, wenn er von seiner Nationalbank einen Kredit bekommt? Erklären konnte mir das nie jemand, so vergass ich das halt.

Es ist aber nicht trivial zu erkennen, dass es unendliche Kreditgeber gibt. Die aber selbst vom ihren Schuldnern abhängig sind. In diesem Zusammenspiel blüht die Inflation. Und weil der Wert der echten realen Luxusgütern eigentlich nicht mehr bezahlbar sind für die Masse, kann man echten Luxus eben nicht mehr kaufen, bzw. das Volk stellt fest, alles wird teurer. Oder eben, es hat immer mehr Geld im Umlauf, das weniger Wert hat. Wenn der Lohn eines Beschäftigten real nicht wächst, das Geld aber an Kaufkraft verliert, wird eine gute Produktqualität einfach in Geld gemessen teurer. Obwohl das gute Produkt ja nicht anders geworden ist.

Saifedean teilt in seinem Buch kräftig aus, teilweise schüttle ich den Kopf ... doch es ist mir möglich, seine Argumentationslinie zu verstehen. Er möchte aufzeigen, in welchen Lebensbereichen dieses Inflationsgeld Auswirkungen hat, selbst dort, wo wir es nicht so direkt sehen (wollen).

Ganz massiv geht er beispielsweise mit der Entwicklungshilfe ins Gericht, die er Elendsindustrie nennt. Auch hier ein sich selbst erhaltendes, parasitäres Geldvermehrungs- und Abhängigkeitssystem, das Staaten und Banken aufgezogen haben.

Um die Inflation zu verschleiern, die mit dem Standard-Warenkorb gemessen wird, kann man die Leute natürlich dahingehend täuschen, indem im Warenkorb gar nicht (mehr) das drin ist, was wirklich drückend ist im Alltag. Wenn man nach wie vor nur Nahrungsmittel drin hat, die ja eben immer billiger produzierbar sind (siehe Sebastian Lege) und Energie-, Miet- und Krankheitskosten aussen vor lässt, scheint die Inflation gering zu sein. Saifedean nennt aber für die Schweiz eine gemittelte OECD Inflationsrate von 6.67% für die Jahre von 1965 bis 2020. Von wegen 2-2.5%.

Was mich bei Lege und Ammous frappiert, ist die Direktheit, Deutlichkeit und Klarheit, mit denen beide Abläufe, Auswirkungen, Bedingungen, Abhängigkeiten vom inflationären Geld beschreiben können. Wer sich selbst schon Gedanken machte, kann sich der zwingenden Logik der Argumentation kaum entziehen.

Und für mich persönlich: Der ultimative Kreditgeber für alle heisst: Erde. Wenn sie nicht mehr kreditfähig ist, wird es ungemütlich. Bzw. es ist ja schon ungemütlich, denn der ultimative Kreditgeber kommt ins Schwanken, ins Schwitzen, ins Klimaschwanken. So dass wir eigentlich merken sollten, dass wir lieber schneller als langsam unsere Schulden zurückzahlen.

Jack Mallers' Vortrag über Proof of Work

Wir müssen es tun, alle, die wir den Mindshift hinter, mit, unter, dank, wegen etc. Bitcoin anderen Menschen zur Begutachtung vorlegen wollen: Immer wieder erklären, wieso Bitcoin nichts mit all den anderen Kryptowährungen zu tun hat.

Anlässlich der Prager Bitcoin Konferenz 2024 hat er einen Vortrag gehalten zu dem Thema. Dabei arbeitet er in ev. etwas länglicher Art heraus, was Macht in der realen, was Macht in der virtuellen Welt ist. Das Wichtigste an Bitcoin ist eben, dass jeder Adept das wirklich bis auf den Grund seines Wesen versteht, erkennt und für essentiell hält.

Denn wie ich immer sage zu dem Thema: Es ist egal, was virtuell wann, wie, wo läuft: Wir sind noch immer physische Wesen auf einer physischen und ENDLICHEN Lebensgrundlage. Wir brauchen Platz, essen, lieben, fahren Auto, spielen Golf, tauchen, wandern ... alles physische Erlebnisse in einem physischen Sandkasten.

Wir erkennen langsam aber sicher, dass die virtuellen und daher UNENDLICHEN Spiele der Finanzindustrien, der Mächtigen eben nur deshalb UNENDLICH sind, weil sie nichts aber auch gar nichts mit Physischem zu tun haben. Ich habe schon öfters belächelt, wie verzerrt wir die Welt sehen, in der Apple mehr "Wert" hat als, sagen wir mal, Siemens, Roche oder wer auch immer.

Jack reitet genauso nervig darauf rum, wie ich jeweils. Denn es muss klar werden, dass eine gerechte Machtverteilung nur dann möglich ist, bzw. es jedem physischen Wesen möglich ist, Anteile dieser Macht oder Power zu erreichen, wenn der Zugang zu ihr allen physischen Wesen zur Verfügung steht. Und es keine Abkürzung gibt, auch nicht für die jetzt schon Mächtigen.

Genau das zu erkennen zu lassen, probiert Jack. Denn nur Proof of Work unterscheidet Bitcoin von den Altcoins (aka Shitcoins). Nur Proof of Work erlaubt dem Armen wie dem Reichen genau denselben Zugang zur Macht. Wer mehr physische Güter investieren kann, bekommt auch mehr Macht. Aber wer Macht hat, kann diese mit den Mitteln dieser Macht nicht vermehren. Das ist Gold, das ist Bitcoin, das ist die Erde.

Sollte man schon mal anschauen und vor allem anhören, wenn man Englisch kann ...

Jack Mallers, Prag 2024, Proof of Work

small world ist tot, spread the word for Bitcoin

Der Western Union ähnliche Geld-Transfer-Service small world wurde stillgelegt. Es wurde aber (honi soit que mal y pense) nicht gleichzeitig auch dafür gesorgt, dass Leute nicht mehr Geld zum Transfer abgeben konnten.

Wie Western Union wohl auch nicht grad kostenlos.

Die Leute sollten wirklich Bitcoin als Transfer kaufen. Dann haben sie hier in der Schweiz im Schnitt 1.5% Provision beim Kaufen - wenn sie ein Bankkonto haben. Der "Transfer" der BTC in ein anderes Land findet ja gar nicht statt ... das Auszahlen in lokale Währung, sprich Verkaufen mag dann vor Ort noch etwas kosten, aber ich denke, es wird insgesamt in jedem Fall unter 10% des Transfergeldes sein. Da können die anderen nicht mithalten, selbst wenn sie noch sicher wären ... Bitcoin ist bekanntlich schmarotzersicher.

Es ist so schade, dass gerade die Leute, die Bitcoin wohl am dringendsten brauchen können, von ihm nichts wissen oder Schiss vor der Beschäftigung damit haben.

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