BlockChain Alternative IOTA

Ich habe mich hier ja schon öfters über die BlockChain geäussert. Dass sie meines Erachtens ein Anstoss zur Diskussion neuer Datenstrukturen sein kann, aber niemals eine Lösung per se sei.

Da fand ich es sehr interessant, über den Artikel zu IOTA zu stolpern.

Darin wird die Alternative zur aktuellen Konsensfindung in der BlockChain nach einem Fork / Split aufgezeigt.Dadurch wird das energiefressende Hashen mit dem Noncen praktisch eliminiert. Das bringt statt nur gut 10 Transaktionen pro Sekunde gemäss Artikel bereits 10'000 Transaktionen pro Sekunde. Für eine weltweite Lösung immer noch zu langsam (im Artikel wird erwähnt, dass nur schon VISA alleine 70'000 pro Sekunde fahren könne).

Aber wenn ein Proof Of Concept und erste Softwaregeneration hier schon 1000x schneller ist als die BTC und erst noch skalieren kann, dann ist jene eigentlich schon tot.

Interessante Pausenlektüre. Und der Link zu IOTA direkt: IOTA.

Boyan Slat - Thank you for Ocean Cleanup System 1

Wer es nicht sah, sollte es sehen: Der Start des ersten grösseren, passiven Ocean Cleanup Systems. Was das ist? Ganz einfach, die Aufräumarbeit für unsere Sauereien: 1.8 Billionen Plastikteile schwimmen in den Ozeanen. Dem 16-jährigen Holländer Boyan Slat fiel das beim Schnorcheln in Griechenland auf - wie vielen anderen auch. Doch er, er war einer derjenigen, der was unternahm. Das ist nun 8 Jahre her. Und er hat's geschafft, Crowd Fund Raising und viel Volunteer Arbeit brachten es zustande, dass nun das 600m lange, passive System endlich gestartet werden kann. Mit 120m wurde schon getestet, aber 600m sind schon noch mal was anderes. Es muss sich beweisen, dass es dem rauen Wetter lange standhält, denn als passives System kann es nichts aktiv unternehmen, um sich den Meeresgewalten zu fügen.

Boyan war also der, der sich nicht beirren liess. Im Interview sagte er, er habe sich des Problems angenommen und er wusste, dass er verschiedene Meinungen, wenn nicht gar Widerstand zu erwarten habe. Er sagte, dass er eigentlich nur dann stoppen würde, wenn er physikalische Gründe akzeptieren müsste, die ein Nicht-Funktionieren begründen würden. Das sei aber nie so gewesen, das was er gehört habe, seien Meinungen! Und zum Glück ist Boyan einer, der sich an denen orientierte, die ermutigen, nicht Bedenken vortragen.

Ich gebe derzeit wieder Schule - was ich sehr liebe. Meine Studenten sind im Schnitt wohl 25. Ich wünsche ihnen, dass sie immer nur denen begegnen, die zwar vielleicht sagen, etwas wurde noch nie gemacht, die aber auch ermutigen, es genau deswegen zu probieren. Erfahrungen sind wirklich wertvoll, aber sie dürfen nie zu einer Fixierung gegen Neues führen. Erfahrungen sind auch nie genau zu demselben gemacht worden, was jetzt eben neu sei. Wieso also sollten Erfahrungen etwas Neues wirklich behindern oder gar verunmöglichen dürfen.

Ich bin einer derer, die genauso sagen: ICH weiss nicht, ob etwas klappen kann. Aber DU solltest es auf jeden Fall probieren, wenn das Thema dich anzieht. Alles andere wäre Stillstand. Und den haben wir anderswo schon lange, und er macht sich mehr und mehr schmerzhaft in unseren Alltag bemerkbar.

Ich hoffe, dass Boyan Slat mal denselben Ruhm hat wie Jaques Cousteau oder anderen. Sein Vorbild sei ja Nikola Tesla. Der war genial, starb aber verarmt. Gut, der hatte noch kein Internet. Boyan wird seinen Weg auch nach Ocean Cleanup machen, da bin ich sicher. Probleme gibt es genug, hoffentlich auch Charaktere wie Boyan Slat, die sich derer annehmen.

Ich hoffe, dass dieser Tag in die Geschichte eingeht und ein Feiertag wird: Der Tag, an dem wir begannen, die Meere aufzuräumen. Damit das, was wir aus den Meeren essen, nicht mehr unser Abfall ist.

Chapeau, Boyan Slat!

Fair Food Initiative

Darüber wollte ich letztens schon mal was schreiben, jetzt kommt der Trigger grad, so dass ich es jetzt mache.

Kurz: Ich werde Fair Food annehmen. Wieso? Es hat bei mir gar nichts mit übertriebenem Schutz von Viechern, Natur und Gutmenschen zu tun. Ich habe anderswo schon argumentiert, dass die sogenannt zivilisierten Länder mit ihren Wirtschaftsstrategien die "Entwicklungsländer" zumindest niedergerungen haben. Das gilt für die EU erst recht.

Wenn per heute 78% der Schweizer Fair Food annehmen würden, ist das sicher etwas weltfremde romantisierende Träumerei. Denn wenn offenbar erst 10% Bio-Produkte kaufen, dann sind da wohl einige dabei, die sich das ganze noch nie wirklich durch überlegten. Diese Produktionsketten und Lebensgrundlagen sind sehr verzettelt und sie zu ersetzen bedarf des Augenmasses.

Auf der anderen Seite geben wir etwa 6% des Einkommens nur noch aus fürs (Fr)essen. Wenn man verzichtet, bewusst wählt, Saison-gerecht und erzeugerbewusst kauft, ginge wohl bei allen etwas. Mann/frau muss nicht Ananas haben, nur weil irgendwo auf der Welt Ananas angebaut werden. Und wenn, dann solche, die von Havelar oder anderen weiterverarbeitet werden. Apfel und Kartoffel dürfen nicht verschmäht werden, weil sie nicht perfekt durch die Schablonen passen.

Und dann dann Schlag-mich-tot-Argument: Wie sollen wir das denn in den Produzentenländern überhaupt kontrollieren können. Tja, wenn die Produzenten mehr verdienen, werden sie sich den Regeln wohl gerne unterordnen, ist ja zu ihrem Besten. Und dies könnte bekanntlich wie in allen Schweinezyklen auch eine Sogwirkung generieren. Wir müssen halt dafür sorgen, dass nicht die Zwischenhändler absahnen, sondern die Produzenten unseren Goodwill wirklich zu spüren bekommen.

Wenn wir als Schweiz an unseren Grenzen kontrollieren, was reinkommt, dann haben wir das im Griff. Schliesslich können wir ja auch sonst jeden beliebigen Schrott kontrollieren. Grauimporte wird es immer geben, aber dann macht der Produzent auch am Beschiss mit, und gegen diesen Fall ist eh nie ein Kraut gewachsen.

Dass man chemielastige, umweltschädigende Monokulturproduktionen eliminieren, Food-Waste verhindern, den Food-Snobismus ächten muss, ist vielen sicherlich aus verschiedensten Gründen klar und einsichtig. Das ist das, was jeder hier im Lande tun kann. Wir als Schweiz können es uns wohl aber auch leisten, an den Grenzen zu filtern: Wir können den Impuls an die Produzenten weitergeben, dass dieselben Imperialisten, die die lokale Landschwirtschaft zerstörten, nun doch eine Verbesserung wollen. Von mir aus unter dem Titel der Food Qualität und dem erwachten Konsumentengewissen.

Wer - wenn nicht die reichen Importeure - können den Food-Irrsinn überhaupt wieder in förderliche Bahnen lenken? Natürlich, die Produzentenstaaten sind souverän - sie könnten es. Aber, die Entwicklungshilfe, die sanften oder groben wirtschaftlichen Sanktionen belehren die eventuell schnell eines Besseren. Man beobachte ja nur, wie der Trump-Elefant sich im Porzellanladen aufführt ... einfach weil ihm keiner auf die Pfoten hauen kann oder will.

Und in Afrika, ob das in nächsten Generationen hinhaut? Denn immerhin sollte jeder Mensch auf dieser Welt - egal wie er wo lebt - sich zumindest einmal Gedanken machen, was das für ein Platz ist, die Erde. Und ob die alles mit sich machen lässt - und wenn nicht, wie wird es einen selbst betreffen, wenn es eben knapp wird ...

Aus dieser Sicht, dass man meinem Lieblingsspruch gemäss - Think globally, act locally - sich eben immer am grösseren Bild orientieren soll, habe ich keine Mühe damit, dass meine Food-Vielfalt nicht so gigantisch ist, denn ich kenne mich ja: Mein Alltagsfood ist mehr oder weniger auf höchstens 30 Produkte beschränkt. Selbst wenn ich etwas davon, weil teurer, mal streichen müsste, fällt mir deswegen kein Zacken aus der Krone. Es ist eben ein Trugschluss, dass wir Reichen immer alles zu jederzeit haben können. Weil diese Anspruchshaltung existiert, gibt's den Food-Waste. eine simple, arrogante Dekadenzerscheinung.

Ich bin gespannt, was sich wie ändern wird, wenn Fair Food angenommen sein wird. Dieses Experiment müssen wir uns als reiche Schweiz leisten wollen.

Das Training zu mehr Bewusstsein ...

Wenn man umzieht, räumt man auf, sichtet und entsorgt. So habe ich doch einen 10-jährigen Brief entdeckt in meinen Unterlagen, der zum Seminar des Freundeskreises einlud.

Das ist nun so lange her, also las ich ihn aus Neugier noch einmal durch und dachte grad spontan: Die Anreisser-Fragen und -Impulse scheinen immer noch gut zu passen, eventuell ja sogar mehr denn je.

Wer sich für diese Seminare interessiert, der bekommt von mir gerne die Links und Adressen dazu.

Na, passt das Folgende noch heute? Spricht es an?

Liebe Freunde,

die Fähigkeit, die Gegenwart zu erfassen, sie bewusst zu erleben und zu gestalten, ist eine hohe Reifestufe.

Die Bewältigung gegenwärtiger Aufgaben und Probleme wird jedoch meist vergangenheitsbezogen, statt gegenwartsorientiert "versucht".

Die meisten Menschen sind in der Regel unfähig, Änderungen in dem Moment zu erkennen, in dem sie sich vollziehen. Der Unterschied zwischen Erinnerung und gegenwärtiger Situation wird dadurch nicht mehr wahrgenommen und es kommt zwangsläufig zu Konflikten.

Das Einfachste, bestehende Probleme zu lösen bzw. sie vor dem Entstehen bereits zu erkennen und zu bewältigen, ist eine innere und äußere Anpassung, das heißt ein vollständiges Einstellen auf die Gegenwart.

Auf den Seminaren I und II (Kompakt-Seminar) haben wir uns die Mechanik des Geistes deutlich gemacht und die Regeln nach denen er funktioniert.

Auf dem Seminar III werden die Hintergründe aufgezeigt,

  • wieso der Geist nach diesen Regeln arbeitet,
  • wie er im Laufe eines Lebens unter Aus- und Benutzung dieser Regeln die Herrschaft über den "bewussten" Menschen erringt
  • wie der Mensch sich aus diesen Fesseln befreien kann.

Diese Lösungsprozesse sind keine Frage von Logik und lntelligenz, sie sind Fragen der Wahrnehmung.

Die auf den Seminaren erarbeiteten Prinzipien - Regeln - werden hier zur Lösung von Prägungen benutzt. Damit wird deren Einfluss aufgehoben. Wir erkennen die Ursachen und die daraus entwachsenen Gewohnheiten.

Fehlt dieses Wissen, übernehmen die Programme - und Wunschdenken, Enttäuschungen und Rechthaberei behindern das Leben.

Damit werden neue Probleme geschaffen. Von einem wirklich erfolgreichen, glücklichen und freien Leben kann nur geträumt werden - und doch ist es so leicht, nicht nur davon zu sprechen und so zu tun als ob, sondern so zu leben.

Es sind unsere Entscheidungen, die die Richtung unseres Lebens bestimmen. Jeder Einzelne ist für sich die Ursache.

Nur Wenigen gelingt es in unserer heutigen Zeit, den bewussten Einstieg in diesen Reifeprozeß zu finden.

Die meisten verzehren sich und verbrennen in einem inneren Kampf, ungewolltem Rotieren, Verbissenheit, Rechtfertigung und Resignation. Sie haben "keine Zeit" mehr.

Wie grausam, wie unnötig.

Nur die Fähigen erkennen die anderen Möglichkeiten. Sie finden und nehmen sich die Zeit schneller zu lernen, das eigene, künftige Schicksal selbst zu bestimmen.

Die Grundlagen und Voraussetzungen bietet das Seminar III. Es bedarf allerdings der Einsicht und einer bewussten Entscheidung diesen Weg zu gehen.

Wir freuen uns auf Dein Erscheinen im nächsten Seminar.

10vor10: Künstliche Intelligenz Serie

Diese Woche hatte 10vor10 eine schöne KI-Serie gemacht. Hat mich gefreut! Denn ich habe hier ja auch schon oft über solche Themen geschrieben.

Der Freitag war wohl als Klimax gedacht - und so war es auch ... das Ersetzen von Gesichtern in einem Video durch ein anderes. Wer hat das so noch nie gesehen? Wie war's? Die Gefühlslage?

Wir, die wir alle so bildorientiert sind, wurden mit einem Gesichtsaustausch von Andrea Vetsch in die Kopfform von Susanne Wille konfrontiert. Wir müssen beide Gesichter kennen, um das überhaupt bemerken zu können.

Die Einstanzfehler waren meiner Meinung nach noch anderswo zu sehen, die Experten zeigten dann auf eine doppelte Augenbraue, die ich nicht sah am TV. Also noch nicht perfekt. Aber das war ja auch nur eine Software, die jeder runterladen und probieren konnte. Allerdings hatte SRF ja auch genug Trainingsmaterial.

Wie auch immer, wer könnte sicher sein, würde er nur eine der beiden Frauen kennen, ob das Bild nun echt ist oder nicht, ob die Frau das wirklich sagt, was akustisch vernehmbar ist und was visuell mit den entsprechenden Mundbewegungen übereinstimmen soll?

Ich hatte ja anfangs Jahr einen Artikel geschrieben, in dem ich das Jahr 2018 als dasjenige bezeichne, in dem Maschinen sich wie Menschen anmuten werden. Drum freut mich ja auch die 10vor10 Serie.

Ein Fake-Jäger entwickelt Software, um Fälschungen zu erkennen. Blade-Runners Voight-Kampff-Test lässt grüssen. In jener Dystopie ist das Faken ja Alltag, interessieren tut es bis auf die Blade-Runner eben niemanden mehr.

Der Fake-Jäger meinte dann auch, dass man eben KI gegen KI antreten lässt - also Fälscher gegen Detektive. Nett. Es zeichnet sich ja überhaupt überall immer mehr ein Rückzug der menschlichen Interaktion aus den ehedem von ihm erschaffenen Szenarien ab:

Kriege werden mehr und mehr virtuell im Internet oder von Drohnen geführt. Berufe werden von Robotern und KI übernommen, Landwirtschaft wird ebenfalls bald Robot's Farm, Pflege sowieso, Banken verlieren an die BlockChain, Dienstleister und Call Agent werden von Bots und sprechenden Lautsprechermikrophonen ersetzt, und so weiter ...

Wenn man sich das mal alles ansieht: Der Mensch ist wie im Zauberlehrling: Der Knecht macht alles besser und schneller. Und der Meister wird träge ... und kann schlussendlich nicht mehr abstellen. So ein Szenario haben unzählige Science-Fiction Autoren schon längst durchgekaut. Nun wird es also langsam Realität - in den reichen Ländern zumindest. Oder sagen wir mal, in den kapitalistisch-religiösen Ländern.

Die Antwort eines anderen Experten in der Sendung: Die Menschen werden das schnell lernen, einige wenige hochkarätige Fakes, die enttarnt werden, und sie haben es gelernt.

DA bin ich mir aber überhaupt nicht sicher. Die Masse wird nur noch mehr gegängelt mit irgendwie wahren audiovisuellem Schrott. Als Gamer weiss und staunt man, wie gut die Immersion in Topgames heute sein kann, aber der Gamer weiss auch, dass er sich nun in ein Game begibt. Daraus wird er in einigen Stunden wieder rauskommen.

Aber wir? Der TV oder das Netz spielen uns so viel Videomaterial wie noch nie ins Haus. Wohl dem, der wirklich jedweder Videopräsentation eines Faktes oder Gegenstandes total gelassen entgegentreten kann - weil er im Innersten weiss: Es ist keinem Material mehr zu trauen. Aber eben, die Emotionen sind ja das, was treibt. Die sind im Menschen nicht weg. Das an-ein-Video-Glauben-Wollen wird daher wohl nicht so schnell verschwinden wie die Fakes in die Breite gehen.

Ich hoffe schwer für die Gesellschaft, dass sie klar kommt mit der umwälzenden Veränderung der visuellen Gewohnheiten. Was man nur über die Mattscheibe kennt, ist einfach per se als ungewiss zu klassieren.

Idealerweise könnte es ja dazu kommen, dass man die internen Vorurteile abbaut, oder gar nicht erst aufbaut, denn: Wie baut man denn Vorurteile überhaupt auf? Unter anderem so: Man glaubt an etwas, sieht Bestätigendes Bildmaterial und glaubt mehr. Das Bildmaterial bildet also die Meinung aus. Amerikanischer Wahlkampf lässt grüssen. Wie auch immer. Schaffen wir es, das vermeintliche Wissen wieder abzubauen? Weil es auf Fake-News basierte? Diesmal halt eben Fake-Videomaterial?

Es gab schon nie eine einzige Wahrheit, es gibt keine einzige Wahrheit und es wird auch in Zukunft keine einzige Wahrheit geben. Für die Unterhaltung spielt das keine Rolle. Fürs Erreichen eines Zieles mittels Video dann eben schon. Enkelbetrüger-Tricks etc. funktionieren auf der verbindenden und empathischen Art des Menschen. Falsches Videomaterial wird da noch einige mehr übern Tisch ziehen.

Drum mein Standard-Hinweis: Cui bono? Wem nützt es? Der Video? Selbst in der Unterhaltung: Wieso muss ein Nicolas Cage Gesicht in einem neuen Video möglicherweise recyclet werden? Weil sein Gesicht in einem Film immer noch irgendwie irgendwo mehr Geld einbringt? Sic. Dann weiss man es. Ist das schlimm? Keine Ahnung, ich bin nicht auf Stars aus, bei mir geht es immer nur um die Story, Schauspieler sind austauschbar. Ähem, nun werden sie's auch ...

Aber eben, bei vielem wird man es nicht mehr wissen, weil man es erst gar nie wusste. Wenn eine Firma also einen Hornbrecht Dinkelbaum als neuen Influencer puschen will, dann kann sie den komplett virtuell vom Baby bis zum Teenie-Star altern lassen, bzw. eine visuell stimmig mit Video untermalte Baby-Legende herstellen, so dass der Hornbrecht als eine reale Person erscheinen kann. Tja, und je weniger Leute wir wirklich im realen Leben kennen, desto offener steht die Tür für den Rattenfänger.

Also, cui bono. Immer!

PS: Nett, den Zuschauer vom Gesicht des Stephan Klapproth verabschieden zu lassen ... wer's nicht bemerkte: so leicht geschieht das eben ...hoffen wir, dass es immer harmlos sein werde.

Wieso immer erst (zu) spät - die Einsicht

Jetzt kommen im Schweizer-Radio in den News Texte wie "Oh, wir müssen die Städte begrünen." Weil halt der Beton Wärme speichert und wieder abgibt, sind Städte Brutöfen, im Schnitt wohl ca. 3-7° wärmer als ausserhalb einer Stadt.

Wenn es nicht zum Heulen wäre, dass es erst so spät kommt, wo's halt allen etwas heiss wird ... vorausgesehen wurde das alles schon Jahrzehnte zuvor. Klimawandel? Was'n das'n? Nun, hoffentlich reicht es noch, dass die Städte sich endlich umbauen. Gerade hin in der Schweiz ... wo wir sowieso hintennach sind ...

Aber Geldgier, Ignoranz und Gefälligkeiten liessen ökonomische Bedenken einfach zur Seite. Oder wie soll man das alles erklären.

Jetzt müssen Pflanzenteppiche an die Häuser und auf die Dächer. Mal sehen, vor wievielen Jahren ich hier mal schrieb, man solle gefälligst alle Dächer begrünen ...

Diejenigen, die in einem Erdhaus wohnen, wussten und wissen all das schon seit jeher.

Es ist nur mühsam, wie wenig die Leute sich für Abläufe und Zyklen interessieren. Die's tun, leben anders.

Wieso nur braucht Einsicht immer sooooooo lange ... :-(

Zum Experiment Grundeinkommen in Finnland

Wie geneigte Leser wissen, bin ich absoluter Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommens. Ich habe dazu reichlich Texte verfasst.

Seit einiger Zeit habe ich nach der plebiszitären Ablehnung der Vorlage in der Schweiz weder hier noch international nach Stories mehr gesucht. Jetzt fiel mir halt ein Text des heise-Newstickers zum Finnischen Modell ins Auge.

Dort wird einer der teilnehmenden Finnen portraitiert; einer, der eben über seinen Fall reden will. Denn es sind ja mehrere Finnen ausgewählt worden, aber die scheinen sich zu schämen. Weil halt immer noch der Irrglaube geht, dass Teilnehmer lichtscheue. faule Elemente seien. Das ist natürlich Bullshit, aber eben, reicht als "Pseudoargument" all denjenigen, die nur ihre Vorurteile bewirtschaften wollen.

Denn es geht um's Menschenbild. Unsere wirtschaftliche Gesellschaft wird dies in den nächsten paar Generationen sowieso umkrempeln. Weil sie auch die erwischt, die sich bisher Job-sicher wähnten: Die Digitalisierung und die Umkehr der Alterspyramide.

Ich bin natürlich nach wie vor für dieses Modell: Zumindest so lange, wie keiner etwas Besseres und Menschenwürdigeres bringt.

Embarcadero Delphi Community Edition

Das freut mich aber - als Delphi User der wirklich ersten Stunde, ca. 1995 oder so.

Nachdem ich schon mit dem Text-orientierten Turbo Pascal am Haken war - weil es damals einfach ein schlichtweg revolutionäres Entwicklungssystem war -, ging es in der grafischen Version mit den Namen Delphi weiter. Nicht nur das Produkt, sondern auch die Revolution. Bis dahin gab es ja eigentlich fast nichts Vergleichbares.

Spätere Konkurrenzprodukte haben ja recht massiv auf Delphi geschielt. Macht nichts, es soll dem Programmierer ja die Sprache verfügbar sein, die er mag, in der er sich wohl fühlt. Bei mir war das halt seit der ETH die etwas more verbose Sprachen (aber nicht bis zum Extrem Java), weil ich für einen leicht und immer zweifelsfrei verständlichen Quelltext bin. Fasziniert war ich von C natürlich, weil ich als Assembler-Verständiger die Nähe zum Maschinencode sehr schätzte.

Doch im Programmiereralltag gilt das Biotop der Sprache, die Community und die IDE schon als der Sessel, dessen Bequemlichkeit die Effektivität bestimmen kann. Wenn das Biotop umfassend ist, die Community hilfreich und die IDE mächtig, dann ist man produktiv.

Die IDE von Delphi war früher die beste, jetzt ist nicht schlecht, aber mittlerweile nicht mehr die beste. Was ich mit meinen alternden Augen nicht verstehe, wieso man immer noch nicht mit CTRL-Mausrad den Zoomfaktor der IDE jederzeit den aktuellen Bedürfnissen anpassen kann ...

Derzeit hat Embarcadero Delphi, so wie der aktuelle Titel lautet, drei Editionen im Verkauf. Ab Professional ist es nicht mehr nur für lau zu erhalten, die Enterprise Edition, die ich als erste brauchbar erachte, wenn man öfters mit RDBMS zu tun hat, ist richtig heftig. Natürlich, ein gutes Werkzeug muss und darf etwas kosten, aber wenn die Zahl für Neu-Kunden bei knapp 4000.- liegt, sieht man wohl leicht diese Felle zur kostenlosen Open-Source davonschwimmen.

Delphi gab es schon länger als Starter-Edition. Ein Kennenlern-Angebot. Nun hat sich allerdings was geändert.

Seit Kurzem gibt Embarcadero eine Community Edition von Delphi und C++ raus. Sie sei nicht kastriert. Man erhält damit die Lizenz, Applikationen zu entwickeln, die einem ein Einkommen bis zu USD 5000 / Jahr bringen und höchstens eine Teamgrösse bis zu 5 Entwickler benötigen. Geht die Nutzung darüber hinaus, muss eine kommerzielle Lizenz gekauft werden.

ENDLICH! Ich hatte zeitweilig eine Lizenz für die Enterprise Edition. Aber das Projekt zahlte sich nie aus. So habe ich Delphi de facto schon länger zugunsten von Open-Source verlassen.

Nun kann ich und alle Neuprogrammierer mit einem Top-Tool die Cross-Platform Mobile Entwicklung (wieder) beginnen und die Resultate legal verteilen. Wenn ich dann über USD 5000 verdiene, dann liegt es wohl auch drin, noch mehr zu verdienen damit - womit die unlimitierte Kommerzlizenz dann eigentlich in den Spesen untergehen dürfte.

Das freut mich sehr, dass sich Embarcadero hier endlich bewegt hat. Gut.

Der mitgelieferte Lizenz-Key hebt sie auf das technische Niveau der Professional Edition hoch - das fand ein User heraus. Es soll auch mehr möglich sein, aber da bin ich mir grad nicht sicher, denn die mittelmässige Kommunikation von Embarcadero stellt in allen offiziellen Texten m.E. nirgends klar, welchen Editionslevel man in der Community-Edition bekommt.

Doch eben: Immerhin ein Lichtblick für die Delphi Gemeinde und mögliche Neuzugänger. Und die haben damit einen einfachen Zugang zur Cross-Plattform Entwicklung und das IoT ...

Danke NoSQL, wir haben's verstanden

Ich bin seit über 25 Jahren fast täglich mit RDBMS (Relational Database Management Systems) und SQL beschäftigt. Als um die Jahrtausendwende die NoSQL Datenspeicher Furore zu machen begannen, beschäftigte ich mich natürlich auch damit.

Ich bin recht gut im Datenmodell-Design - doch wo ist das Schema in NoSQL? Aha, keines, hmm, wie soll das denn gehen? Da hatte ich schon ein ungutes Gefühl, denn bei mir waren die Anforderungen an DBMS seltener das superschnelle Schreiben auf die Disk, sondern die klevere Extraktion von Daten mittels Joins und die dafür notwendigen Index-Optimierungen. Wie formuliert man ein Join ohne Schema-Informationen? Und selbst wenn man irgendeinen Common-Sense entwickelt über die Struktur der Daten, wie hilft einem das Abfrage-Interface des NoSQL-Systems, die Daten zu finden? Wie also als UX und wie als sich selbst intern optimierender Daten-Store? Ohne die Bedeutung von Daten und deren Beziehungen zu kennen, sind Daten halt eben nur ein grosser Ozean von gleichartigen Key-Value Tupeln.

Die Problematiken, die NoSQL vor allem für die grossen Datenkraken lösen sollte, hatten allesamt damit zu tun, dass Schema-Änderungen in grossen Datenbanken ja schon problematisch, zumindest langsam sind. Wie soll das gehen in grossen, geographisch verteilten Systemen, wenn das RDBMS Paradigma ACID ist?

NoSQL versprach, das Heilmittel für Skalierung zu werden. Aber auch in meiner Einschätzung und später Wahrnehmung konnte das nicht richtig klappen. Daher erachtete ich dann erstmals das Startup NuoDB als die richtige neue Technologie, bei der SQL und ACID nicht erst nachträglich aufs Key-Value System aufgepfropft, sondern als Product-Highlight verstanden wurden.

Ein schöner englischer Artikel fasst das nun zusammen und zeigt, dass die klassischen RDBMS Hersteller den Kick der NoSQL Companies in den Allerwertesten mittlerweile verspürt und Abhilfe geschaffen haben. Lesenswert.

Der bigotte Bundesrat (Ammann)

Ich muss mich noch mehr fremdschämen ... der Bundesrat erlaubt nun doch noch Kriegmaterial-Exporte an Länder im Bürgerkrieg.

Klar, es sei alles geprüft, man verlange Sicherheiten, dass Waffensysteme geliefert in Nachbarländern - nicht im Krieg - nicht in die kriegenden Ländern gelange.

Bullshit. Erstens musste sogar das SECO erklären, dass es nicht erklären konnte ... wieso Schweizer Waffen doch im Kriegsland und zweitens: Typisch Europa. Wir verlangen Garantien und dann endlich raus mit irgendwelchem Kram an die unterwürfig buckelnde, mit Geld zugeschissene Businesspartners - aus den Augen aus dem Sinn halt.

Ich fand es absolut toll, dass die Chinesen Europas Plastikabfall nicht mehr wollen. Bleibt der Kram hoffentlich bei uns, bis wir uns endlich mal darum kümmern.

Zurück zur Bigotterie des Bundesrates. Waffen exportieren, damit unsere kleine Waffenindustrie nicht verrecken muss - wohlwissend, dass Waffen gebaut werden, um andere verrecken zu lassen. Diese pathologische Realitätsverweigerung ist fast nicht auszuhalten.

Das ist kein Deut besser als irgendwelche Despoten, die für sich "xyz first" wenigstens öffentlich reklamieren. Wem es scheissegal ist, dass seine Produkte anderswo Leid generieren, gehört entsorgt.

Zynischerweise kommt grad heute in der Rundschau eine kleine Reportage über das Leid des Krieges in Jemen. Da schaut das TV hin und zeigt auf, dass Waffen immer Leid erzeugen. Die 20 Jährige, die nun gelähmt ist, weil die Bomben auf ihr Elternhaus fielen, während sie schlief. Womöglich derart treffsicher dank eines Schweizerischen Präzisionsleitsystems ... das "ja keine Waffe sei" ... Herr, wirf Hirn vom Himmel ...

Es gibt weder gerechte Kriege, noch sterile, noch leidensfreie, noch nebeneffektfreie, noch antiseptische, noch nützliche, noch ...

Dieser Einsicht scheinen sich lokale Politgrössen regelmässig mit Scheuklappen zu verschliessen ... es könnte ja die einfache Sicht aufs egoistische Wohl und damit das der Lobby Gefälligsein beeinträchtigen.

Mani Matter sang sinngemäss "... damit es denen, denen es nicht gut geht, etwas besser geht, müssen die, denen es gut geht, etwas abgeben ...".

Interessiert keine Sau. Ob Erdogan oder Ammann, alles dasselbe. Soll mir jetzt keiner kommen, dass das so nicht stimme ... weiss ich selbst. Aber es geht um eine Verantwortungshaltung - der Menschheit gegenüber.

Es ist mir schon klar, dass wir nicht unmittelbar die Kriege befeuern. Aber man braucht seine Kreise nicht viel grösser werden zu lassen, um dann schon unsere Mitwirkungen auftauchen zu sehen ...

Ich bin schon richtig hässig ...

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