Star Trek Discovery

Endlich geht es weiter ... mit Star Trek. Science Fiction war schon immer mein geistiges Refugium, seit ich im Gymnasium dank meines Freundes Thomas in Kontakt mit Perry Rhodan kam. Mondbasis Alpha 1 war zwar schon im TV, doch obwohl ich das natürlich immer sehen musste, war erst Perry Rhodan meine "Rettung" vor der Langeweile des Gymnasiums. Captain Kirk sah ich wohl auch alle, aber es war nicht entscheidend. So meine ich mich zu erinnern. Perry Rhodan hatte dann - weil es ja nur Text war - den riesigen Vorteil, dass die gesamte Vorstellung eben in meinem Kopf entstand. Also keine Enttäuschung durch komische Stimmen, Personen, die Gucky oder so gespielt hätten.

Mit Star Trek TNG war es dann so, dass die Computergrafiken etc. so gut waren, dass es zu übereinzustimmen begann, das filmisch Gebotene und die Imagination. Also war ich ab dann am Haken ... nie StarWars, nur Star Trek oder Babylon 5 etc. Also war nach Star Trek Voyager leider Schluss. Natürlich sah ich die Star Trek Enterprise dann schon auch noch. Und die grossen Star Trek Filme. Doch nach Voyager waren in der zeitlichen Linie ja alle nachfolgenden Serien sogar dem Kirk vorgeschaltet. Also Prequels.

Nun kommt Star Trek Discovery, zeitlich wohl noch vor Star Trek Enterprise oder etwas danach, denn der Beamer ist offenbar Standard und schon etwas veraltet ...

Ich habe nun die beiden ersten Folgen gesehen. Wow. Wirklich toll, visuell auf jeden Fall, da dieses Material ja mindestens FullHD ist. Vielleicht gibt es das ja auch schon in 4K, aber das interessiert mich gar nicht so. Was mir persönlich geschah: Ich fühlte mich sofort wieder zuhause. Wie wenn man nach langem Auslandsaufenthalt nach hause kommt. In dieser Welt habe ich das noch nicht gehabt, denn ich fühle mich eigentlich nicht verhaftet in einer Region dieser Welt. Es gefällt mir an vielen Orten, aber zuhause sein, das ist etwas anderes. Als die neue Titelmelodie dann nach dem eher James-Bond-like Intro doch noch den bekannten Star Trek Bläsersatz erklingen liess, war ich zuhause.

Was die Storyline anzeigt, ist der Konflikt nach einer offenbar mehr oder weniger friedlichen Zeit, in der die Klingonen auf ihre Häuser reduziert worden sind. Denn das Sternenflotte-Raumschiff entdeckt einen rituelles "Friedhofsraumschiff" der Klingonen. Darin lebt einer, der die Klingonenhäuser offenbar wieder vereinen und die Rasse zu altem Glanz führen will. Die neue menschlich weibliche, vulkanisch-indoktrinierte Hauptrolle namens Michael Burnham tut seit einigen Jahren auf diesem Raumschiff Dienst und hat ein traumatisches Erlebnis mit den Klingonen in der eigenen persönlichen Geschichte. Das führt dazu, dass sie durch eine Insubordination schliesslich degradiert wird. Ob sie die Schlacht mit den Klingonen da wirklich verursachte, ist nicht ganz klar - eher nicht. Doch das ist ja die Einführung. Das Raumschiff musste jedenfalls aufgegeben werden und die Vulkanierin steht dafür vor Gericht.

Ein Schmankerl vielleicht ... von den amerikanischen Story-Autoren: das Flaggschiff des Admirals nennt sich Europa - und wird von einem sich enttarnenden Klingonenkahn wie mit einer Pflugschar mittig halbiert und aufgeschlitzt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ... ;-)

Ebenfalls amüsant: In einem der letzten 10vor10 wurde doch grad ein Kurs der Migros-Klubschule vorgestellt, in dem man Klingonisch lernen kann. Es würde mich nun wundern, ob die den O-Ton der Klingonen verstehen - denn bekanntlich ist es ja nicht einfach Kauderwelsch, was die Klingonen in den Filmen da von sich geben, sondern eine richtige Sprache mit Grammatik und Semantik.

Die Story startet in der Serie dann also wohl so, dass sie sich irgendwie wieder heraufarbeiten wird. Denn die Hauptakteure sind bisher bis auf die Vulkanierin gar nicht gross aufgetaucht. Also nicht der Einstieg in eine heile Welt, sondern in eine traumatische. Ich hoffe allerdings, dass die ganze Serie mehr als nur ein Terra-Klingonen-Konfliktgame wird, denn bereits bei Kirk, spätestens aber bei TNG gab es eine geklärte Situation mit den Klingonen. Klar, etwas episches Theater ist interessant, aber eben, der rote Faden darf sich noch entwickeln. Mir gefällt auf jeden Fall, die Kino-Film-mässige Qualität und auch die Flashbacks der Akteure. Damit versteht man deren Herkunft und erkennt ihre aktuellen Lebensphasen. Das erübrigt, irgendwelche langwierigen Folgen bringen zu müssen, um die Charaktere zu erklären.

Dass der visuelle Fokus auf Technik liegt, war schon bei Enterprise so. TNG, DS9 und Voyager sind zeitlich so weit in der Zukunft, dass dort die Technik visuell viel weniger dominant ist. Was mir gefiel, denn obwohl ich selbst Technik mag, soll sie bei mir eher unauffällig sein. In Discovery ist sie vorderhand sehr dominant - und etwas lustig und gekünstelt. Es gibt eine Szene, in der das Deck mit der Gefängniszelle, in die die Vulkanierin gesteckt wurde, de facto ausradiert wurde. Dennoch hält gerade das Energiefeld um die Zelle sie davon ab, im Vakuum des Alls zu sterben. Um dem Tod zu entrinnen und nach etwas Flashback zu ihrer Herkunft, beginnt sie einen eher lächerlichen Dialog mit dem Computer, der trotz massivster Schäden am Schiff noch Zeit hat, ihr lebensrettende Massnahmen zu verweigern und erst nach einem dialektischen Geplänkel ihr den Zugang zum Restschiff zu erlauben. Ebenfalls die Hologrammtechnologie ... die Hologramme nehmen offenbar die Umgebung ihrer Projektion wahr. Das ginge ja noch, aber das Hologramm des Sarek setzt sich in einer Szene sogar auf die Kante eines Tisches im Quartier der Vulkanierin ... ist vielleicht ja bidirektional, und das Mobiliar wurde zu Sarek holografiert ... ist mir zu übertrieben ... aber es ist ja nur ein winziges Detail ... :-)

Zudem, Star Trek war ja dann doch in den Visuals nie ganz korrekt ... oder übertrieben logisch ... alle Schiffe haben im All eine Rundumbeleuchtung, und natürlich fallen in üblicher Star Trek Manier die Leute von den Stühlen, wenn ein Treffer die Zentrale erwischt, die Schirme aber offenbar doch gehalten haben sollen ... immerhin, die üblichen früheren Dampfeinschüsse bleiben aus ... wer baut den die Zentrale in der Peripherie ... und der Commander muss Manöver erst ansagen, die Computer sind dann hier offenbar zu doof, in höchster Not Strategien selbst auszulösen ... wäre ja so, wie wenn man dem Tesla noch sagen muss, "Achtung Fussgänger, Ausweichen mit Manöver Gammadreisieben". Bis das gebrabelt ist, ist jener längst überfahren. Doch was soll's, in den späteren Star Treks ist's ja immer noch so ... :-)

Eben, Perry Rhodan war logisch ... aber halt nie Film ... :-)

Das alles klingt sehr interessant. Ich jedenfalls freue mich darauf. Damit ich mich wenigstens einmal pro Woche mich irgendwo zuhause fühle ...

Ablehnung der AHV / Rentenalter / MWSt-Vorlagen

In der Schweiz wurde heute also alles Soziale wieder mal abgelehnt. Seit 20 Jahren machen wir nun daran rum, und sehen, dass es nicht klappt. Warum auch immer.

Mir passte es nicht, dass man ein Pfläschterli mit den CHF 70.- bringen wollte, für alle Rentner, aber erst für Neurentner. Die Bezahlung aber schon ab heute, also für die Jüngeren.

In der Nachbesprechung offenbarte das Katzengejammer, dass das typisch Schweizerische Kompromissfinden so enorm schwierig ist. Und das Volk, das bei der Kompromissfindung ja nicht dabei ist, muss dann über eine zahnlose Sache abstimmen. Dass es dann als "Weisheit der Masse" diese halbgaren Dinge abschmettert, scheint mir klar zu sein.

Die Sache ist ja auch nicht einfach: Wieso sollen die Frauen ein höheres Rentenalter schlucken, wenn sie immer noch um dir 15% weniger verdienen als Männer? Solange eine patriarchale Wirtschaft Frauen unterbewerten, dann soll das Patriarchat halt länger arbeiten als die Frauen. Das ist ja nur ein kleiner Aspekt der Sache: Denn beide Geschlechter werden immer älter. Nur die Finanzierung bleibt auf dem System, das eigentlich 70 Jahre alt ist. Damals, als man eben noch nicht sah, dass alle immer älter, weil gesünder werden. Eigentlich sollte die Gleichbezahlung zu einem Offizialdelikt werden, damit frau es einklagen kann. Damit wären die Geheimniskrämerei ums und Diskriminierung beim Gehalt und die Gefahr für Whistleblower um ein Tabu ärmer.

Und dann noch die Bigotterie der Wirtschaft: Sie muss das zwar finanzieren, aber bezahlen will sie nichts, stellt aber als Ausgleich auch ältere Leute nicht ein, sondern holt lieber billigere Junge. Es ist verständlich, aber es geht so nicht. Das Externalisieren von Sozialkosten auf die Allgemeinheit kann's einfach nicht weiterhin sein.

Will man die MWSt. erhöhen, trifft das im Geldsäckel all die, die das im Alltag berappen müssen und nicht als Vorsteuer irgendwo abziehen können. In dem Sinne ist die MWSt. für den Privaten genau so sozial wie die AHV. Alle müssen sie bezahlen. Bei der AHV kriegt auch der Multimillionär was zurück, aber eben nicht proportional zu seiner Einzahlung. Das ist die Umverteilung. Die MWSt. trifft den privaten Multimillionär aber auch nicht so wie den sozial Schwachen.

Will man für eine AHV mehr Geld besorgen, die AHV, die allen zu gute kommt, dann kann man von mir aus auch die Steuer für alle, die MWSt. erhöhen. Dann kann keiner ausrufen - und das Volk hat heute ja auch mehr oder weniger gesagt, dass es die MWSt-Erhöhung schon akzeptiert hätte. Aber nicht das andere.

Eine giesskannenartige Auszahlung von CHF 70.- an alle, auch den Multimillionär, das geht aber eben nicht. Was soll der damit? Dieser Passus war es auch, der mich so verstimmte. Auch, dass die Belastung sofort kommt, die heutigen Rentner diese CHF 70.- aber nicht bekommen. Was soll das denn? Der Fluch der frühen Geburt?

Klar, Gerechtigkeit gibt es nicht, aber nun ist schon wieder viel Arbeit in die Tonne getreten worden. Vielleicht sollten die Politiker eben den Mut haben, keine Kompromisse mehr vors Volk zu stellen, sondern eine Strategie der kleinen Schritte, die aber kommuniziert sein müssen.

Die Einheit der Sache ist doch so ein Kriterium, das sogar geprüft wird beim Validieren einer Initiative. Wieso ist es nicht möglich, einfach die MWSt-Erhöhung zweckgebunden für die AHV vom Volk beurteilen zu lassen?

Wenn das Volk meint, dass es die wohl sozialste Alterssicherung in unserem System, die AHV, stärken will, dann soll man es genau dazu befragen. Kein Wischiwaschi. Das erzeugt Belastungen in jedermanns Portemonnaie, aber wir sind doch nicht so doof, dass wir nicht erkennen, dass die Altersentwicklung es so oder so verlangt, mehr Ertrag für die AHV zu generieren oder ihre Auszahlungsdauer zu reduzieren. Wenn der Verstand sieht, dass aber die Arbeitskraft gar nicht gewollt wird ab einem Alter, das weit unter dem jetzigen Rentenalter liegt, so wird es wohl die Finanzierung stärken bejahen.

Dann wäre das mal erledigt. Ein Ablehnen dessen wäre dem Volk aber auch entsprechend zweckgebunden aufzuerlegen, keine Hoffnungen auf eine Querfinanzierung, kein Goodie.

Das war erst ein kleiner Diskussionspunkt. Die Politiker sind ja selbst als Interessensvertreter die Spitze eines Klientel-Eisbergs und als solche eigentlich unfähig, eine klare Linie zu ziehen. Denn wenn die fehlschlägt, heisst das wohl auch, dass ein Politiker zurücktreten sollte, denn er vertrat seine Linie. Nicht, weil ich das so will, sondern weil offenbar die Öffentlichkeit Sachthemen an Menschen bindet. Das ist ja an sich nicht schlecht, denn ohne den Menschen vertritt sich eine Sache ja gar nicht. Wenn aber die Politiker nicht die Sache als Fokus haben, sondern den eigenen Positionserhalt im Politikbetrieb, so kann man offenbar keine klaren Linien durchsetzen.

Das Politsystem kommt irgendwie an seine Grenzen, denn die Problematiken werden immer globaler, die Kompromissmöglichkeiten enger, denn eine Partei muss sich ja "profilieren". Das geht meines Erachtens halt immer weniger, angesichts der immer globaleren Herausforderungen. In anderen Worten: die politischen Entscheide sind wieder dem Wort entsprechend: Gesellschaftsentscheidungen. Die gesamte Gesellschaft muss sich über den Weg klar werden, den sie innert weniger Generationen nehmen will. Und da gilt es halt dann auch Glaubenssätze wie Kapitalismus, Mehrwert, Gewinnprivatisierung zu überdenken. Und das natürlich gegen den "menschlichen" Trieb, sich gegen andere durchsetzen zu müssen.

Es sagte ja schon einmal ein Gescheiter: In den letzten paar Dekaden hat sich die Technik, der Lebensstandard dramatisch erhöht (bei uns), aber die menschliche Entwicklung hat sich nicht weiterentwickelt, sogar reduziert. Ich gebe da zu betrachten: Eventuell stagniert ja die menschliche Entwicklung, gerade weil die technische sich in eine Sackgasse hinein bewegt.

Nach diesem Scherbenhaufen der nationalen Politik hoffe ich auf klare, kleinere und weniger bigotte Schritte, die das Volk beurteilen soll. Wenn die Politik meint, dass das Volk dem kleinsten, parteigemeinsamen Nenner zustimmen muss, dann sollte sie doch endlich lernen, dem Volk Dinge vorzulegen, die kein Bullshit mehr sind. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Vorlagen abgeschmettert werden, weil es Kombinationen, eben meist schwache Kompromisse sind. Glücklicherweise können wir in der Schweiz Politikerfantasien oder faulen Kompromissen eine Abfuhr erteilen. Andernorts kann der Bürger nur die Faust im Sack machen.

Nun ZDF Zoom zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Heute hat sich ZDFs Zoom mit einem schönen Film dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) angenommen.

Interessant war für mich der Vergleich, dass in der BRD ca. 920 Mia € jetzt schon als Budget für Sozialleistungen geplant ist. Eine Musterrechnung für alle Bürger bei je 1000 € käme auf ca. 980 Mia €. Eigentlich nicht viel mehr. Es wäre also möglich.

Die Finnen, die auch mit dem BGE experimentieren, sehen auch, dass immer weniger Arbeit da ist. Und Arbeit finanziert ja fast überall das System der Steuern und Vorsorge. Und nicht mal überall werden Steuern erhoben, gerade gar nicht auf den Dingen, die ja im Gegensatz zur Arbeit florieren wie Kapitalgewinne etc. Wie soll denn da das Versprechen des "Landes, in dem jeder gut und gerne leben kann" aufgehen?

Dass jeder Bürger dann eigenverantwortlich sein muss, denn es gibt dann kein anderes Geld mehr, ist halt die Konsequenz. Doch wollen die Menschen nicht lieber Verantwortung übernehmen? Statt betteln gehen, die Bürokratie füttern?

Interessant natürlich der Einwurf, dass die Diskrepanz in der sozialen Ungleichheit damit nicht behoben würde. Ob sich das mit dem BGE beisst, ist noch nicht klar. Doch selbst wenn sie bestehen bliebe - denjenigen, die im unteren Lohnbereich sind, hilft es und erhebt sie über den Bittsteller-Status. Im Film wagten Leute etwas mit dem BGE, was sie schon lange verwirklichen wollten. Ein Geschäft, das - wenn's gelingt - ja wieder mal Geld abwirft, um das BGE zu finanzieren.

Ein kurzer Film zwar, aber sehenswert, um das Thema BGE warm zu halten.

Ab wann ist die Geschichte endlich Geschichte ...

Ich suche ja derzeit dringend einen wie auch immer gearteten Job, damit einfach das Geld reinkommt fürs Leben in dieser Welt. Es wird wohl etwas IT sein müssen, denn ich habe - eben Geschichte - das mehr oder weniger gelernt und kann es so gut, dass es mich die erste Hälfte des Lebens ernährte. Das ist nun 35 Jahre her, dass ich IT an einer Schule gelernt habe - nämlich an der Schule ETH Zürich. Seither habe ich im Beruf und in der Praxis gelernt. Das war die Basis für 30+ Jahre IT, nicht die ETH.

Dumm ist nur, dass ich das Studium nicht abgeschlossen habe, weil in jener Zeit Jungs wie ich vom Business abgeworben wurden. Man war halt noch wer, wenn man Computer konnte. Dazu gab's dann im Hause Jobmessen, wo die Firmen um Informatiker buhlten.

Anyway, ich war also heute bei einem Jobvermittler, der eine tolle Ausschreibung parat hatte, in der ich mich sofort gesehen habe. So habe ich sogar mit dem Berater des Vermittlers persönlich reden können - war alles sehr spontan. Es war sehr nett, ganze 40 Minuten nahm der Berater sich Zeit für mich - sehr förderlich. Er wollte natürlich dennoch, dass ich meine Angaben liefere - klar. So finde ich Vermittlung tiptop. Dank an ihn aus entfernter Warte.

Gesagt, getan, ich habe ja mein ganzes CV nur noch im Internet. Nach dessen Studium mailte er mir, dass sein Kunde mich doch möglicherweise ablehnen würde, weil ich keinen ETH Abschluss habe.

Er sagte nicht, dass der Kunde mich wegen meines Alters ablehnen würde - was ich ja erwartet hätte -, sondern, dass ich, der ich nun 30+ Jahre IT Erfahrung habe, vor eben diesen 30 Jahren einen akademischen Abschluss nicht gemacht habe. Wie wenn der nach 30 Jahren noch irgendeine Bedeutung oder Auswirkung hätte ... ich versteh solche Dinge rein rational, muss aber dennoch den Kopf schütteln, über diese Irrealität, diesen Anachronismus in meinem Fall.

Nur so mal als Hinweis: Innert der letzten 30 Jahre kamen die gesamten Web-Technologien auf, funktionales Programmieren, Closures, neuronale Netzwerke, global verteilte NoSQL-Datenbanken, BigData, allgegenwärtige Prozesskommunikation dank WAN und WLAN, Virtualisierung, KI / Machine Learning, Realtime-Datenanalyse etc. etc. (ja ja, ich weiss, dass fast alles schon viel älter ist, aber wir reden ja von Marktgängigkeit, wofür man heute einen Job anbieten und bekommen kann). Und Modernes, das wollen die Arbeitgeber ja heute ...

Was also nützte mir da der ETH Abschluss vor 30 Jahren? Was würde denn der aussagen, heute, über meine Job-Qualifikation? Wäre nicht ein Assessment-Test besser, um meinen heutigen Stand abzuklopfen? Ich weiss für mich persönlich schon, was mir die ETH brachte - das sind andere Qualitäten. Informatik und IT habe ich mir mit unzähligen Stunden an Basteln, Pröbeln und seit dem WWW mit konstanten und unverlangtem Lernen beigebracht. Und diese Neugier und Lernbereitschaft hatte ich schon vor der ETH ...

Schon sehr merkwürdig. Der Vermittler sagte mir, dass ihn diese Limite eventuell einschränke, mich vorschlagen zu dürfen. Sollte sein Spielraum gegenüber diesem Auftraggeber wirklich so eng sein, würde er mir die direkte Kontaktperson angeben, damit ich mich direkt bewerbe - eventuell gelänge es mir ja dann - wenn ich mit den Leuten mal in Kontakt käme, mit denen ich dann effektiv zusammenarbeiten würde ... die können und sollen dann ihr Urteil über mich bilden, keine HR-Guys mehr ... so möchte ich es eigentlich, denn auch ich habe dann die Möglichkeit zu erkennen, ob ich dort auch arbeiten möchte.

Ich habe ja schon sehr gemischte Erfahrungen gemacht mit Fleischhändlern, so wie wir ab und an intern Body-Leaser, Recruiter etc. nennen. Meistens negative. Doch 1997 war einer, der mich auch persönlich kennenlernen wollte, der mir damals einen Job verschaffte. Wenn der aktuelle Vermittler, der mich ja nun auch persönlich kennt, mich tatsächlich vermitteln könnte ... wäre für mich bewiesen, dass das unpersönliche, Algorithmen-gesteuerte Vermittlungsbusiness einfach nur die stromlinienförmigen Fälle erfolgreich handhaben kann ... dann wäre ich diesem Menschen sehr dankbar verbunden.

Wie auch immer. Ich möchte also immer noch einen IT-Job, ein IT-Consulting-Mandat, 40%-80% irgendwo im D-A-CH Raum finden. Wer was weiss, der leite doch mein CV dorthin weiter. Ich werde mir dann schon eine Anerkennung einfallen und dem Vermittler zukommen lassen.

Die wahre Natur des Menschen: Einander helfen

Dieser Tage sehen wir Bilder aus Überschwemmungsgebieten wie Asien, wo schon viele Menschen starben. Doch Texas überflutet nicht nur real sondern auch sprichwörtlich unsere Wahrnehmung. Und in der Schweiz wird in Bondo aufgeräumt, nach den verschiedenen Murgängen. Überall starben Menschen.

Immer wieder zeigt sich, was unsere Natur ist: Einander zu helfen. Da muss bekanntlich auch ein US Präsident hin, um medienwirksam Kinder hoch zu heben und scheinbar zu helfen. Es geht nicht anders. Helfen ist unsere Natur. Weil wir alle denselben Weg gehen.

Schön jeweils zu sehen, dass das automatisch und nicht-ans-Geld-denkend geschieht. Wie wäre es, wenn wir das auch im Alltag könnten und unser Gesellschaftssystem endlich vom egoistischen Geldsystem abwendeten ...

Geld ist immer noch ein Tabu. Es gehört halt nicht zu unserer Natur, sondern ist deren Pervertierung ...

Der sprichwörtliche Berliner Humor

Da fällt mir doch grad noch der ein: Als ich am Freitag vom Berliner Hauptbahnhof abends um bald 10 mit dem RE7 nach Schönefeld fuhr, musste der Zug kurz vor dem Ostbahnhof auf offener Strecke halten. An sich störte das niemanden, doch der Zugführer meldete sich trotzdem trocken:

"Offenbar treffen wir überraschend ein."

Jeder im Zug lächelte.

Bilder, Aufenthaltsinseln fürs Bewusstsein ...

Nachdem ich vorhin Peters Gedicht erfasste, las ich die Ticker-News von Heise. Und - wie passend - kamen da grad die besten Fotos der c't Fotogalerie.

Jedes der tollen Fotos lädt das Bewusstsein ein, sich die Situation jenseits des visuell Gezeigten und Erkennbaren vorzustellen, mitsamt dem gesamten Drumherum. Jedes Foto lässt uns ähnliche, bekannte und oft auch ähnlich erlebte Erinnerungen wiederbeleben. In Peters Text, jedes Foto eine Insel. Und das Bewusstsein segelt. Von Insel zu Insel. Der Mensch sagt "es ist nur ein Foto". Das Bewusstsein "sagt": Es ist eine ganze Welt - und verführt den Menschen, sich auf der Insel einzufinden.

Wohl nur darum scheint es nie genug Bilder zu geben - Twitter, Facebook etc. wären nicht möglich, wenn das Insel-Hopping des Bewusstseins nicht genau so wäre, immer neue Welten. Und ist es dort, erscheinen andere Inseln am Horizont ... Abschiednehmen, auf zu neuen Welten. Bei Fotos geht das schnell ... "mein" Bewusstsein springt besonders gerne in die Welten Nummer 1, 5, 8, 14, 15, 16, 20, 23, 30, 34, 37, 41 und 45.

Es ist uns Menschen vielleicht einfach nicht bewusst, dass jedes neue Bild einen Wechsel auslöst, erst recht, wenn einem ein "jööö" oder "wow" entfährt, denn dann hat sich garantiert im Bewusstsein in Windeseile die neue Welt aufgebaut - denn sie scheint einem ja dann zu gefallen, das Foto spricht mehr an als nur die Augen. Es triggert die Emotionen.

Ich erkenne viele jener Welten, in denen ich mich gerne aufhalten würde - wenn ich Fotos von ihnen sehe. Aber das Foto ist ja nur ein Standbild, eines von Millionen Bildern. Also, wie lange möchte ich dort bleiben ... es ist nicht klar, es ist ungewiss. Würde jedes Foto-Angucken einen Tod meines Körpers und eine Neugeburt und Werden dort sein, dann wäre es vielleicht ratsam, sich zu überlegen, ob man dort wirklich mit Wow-Effekt einfahren möchte. Denn das Dort-Sein ist dann vielleicht ein ganzes Leben. Das schöne Prospektfoto war nur der Teaser, und dessen Erleben in jenem Dasein dann wiederum nur ein Milliardstel des gesamten Lebens.

Könnte es so sein? Dann wäre ja für jeden die Frage da, was wohl die schöne Katalogfotografie war, die ihn auf diese Erde brachte ... oder andersrum: Vielleicht ist es ja genau so ... denn die Hindus kennen ja die unendliche Reinkarnation ... immer wieder ... das unendliche Spiel also, dem Bewusstsein was zu zeigen, das es dann haben oder genauer ansehen will. Peng, ein neues Leben beginnt.

Und was macht es so lustig? Dass es eigentlich nur der Faktor Zeit ist, der das Bestaunen und Sattsehen des Prachtfotos von einem ganzen Leben unterscheidet. Man schaut auf das Bild, die Imagination beginnt, der Körper erfühlt die schneidend kalte Luft beim Einatmen, spürt die Sonnenstrahlen im Gesicht, hört das Knirschen des Schnees unter den Schuhen, bemerkt, wie beschwerlich jeder Schritt ist, erkennt, wie sich Kälte auf das Leben auswirkt - auf Welt 14.

Um dieses Bild für einen Körper zu erleben, muss der Körper - wie wir es kennen - etwa 16-80 Jahre alt werden. Eigentlich reicht ja die Pubertät aus. Wenn der Mensch sich bewusst wäre, weswegen er auf Welt 14 ist, fiele es ihm dann leichter, sich seinem scheinbaren Ende zu stellen, dem Tod, dem Wechsel? Erinnerte er sich, wäre es dann leichter, den scheinbaren Verlust zu akzeptieren? Könnte er sogar erkennen, dass das Ziel des Lebens erreicht / durchlebt ist, und daher bewusst Sterben? Wüssten andere Mitspieler das auch, wie wäre es dann, auf dieser Welt zu leben ...

Und schon richtet man seinen Blick auf das nächste Foto. In dieser Ebene, wo die Zeit anders läuft. Ist es nicht wie im Traum? Dem Traum einer Nacht, für uns in dieser Ebene 4-8 Stunden. Im Traum können es ja Abläufe mehrerer Tage sein - gemessen an Zeiten dieser Ebene. Auch hier: Unterschied: Zeit.

Peter: "Neue Inseln werden Dir bewusst" — Das Foto-Angucken und Eintauchen in jene Welt.

Peter: "Das Abschiednehmen zählt nicht mehr" — Das Alt-Werden und Sterben, das Verlassen jener Welt.

Peter : "die kleine Welle löscht die Horizonte aus" — Das Vergessen beim Werden in der neuen Welt. Der Blick zurück zeigt nur den Ozean, das Nichts. Also auf ins Land, es ist angelangt. Und hat vergessen.

Peter: "Aber nie zu Haus" — doch der Sucher, der Unbefriedigte, der Unglückliche drängen einen vielleicht doch nach etwas zu suchen, einem neuen Horizont, etwas, was scheinbar nicht da ist, obwohl man doch nun da ist. Was kann denn nun bloss fehlen, wenn man doch aus dem Nichts kam, auf etwas Gewünschtes stiess, es genauer anschauen wollte, dieses nun erleben kann? Es hat vergessen, dass es zuvor aus unzähligen Prospektfotos eines fand, was es derart anzog. Wie wenn wir unter lauter schönen Hotellandschaften an Sandstränden das eine sehen, wohin wir dann in die Ferien gehen wollen - und es auch tun. Das Eintauchen für 14 Tage in die neue Welt. Hier wissend, dass nach 14 Tagen die Rückreise ansteht, das Verlassen jener Welt. Und dennoch hat dann keiner Todesangst. Denn er weiss, warum und wozu er 14 Tage lang dort war - fürs Vergnügen, zur Abwechslung, aus Interesse an Unbekanntem, was auch immer. Er kümmert sich auch nicht um die Welt, die er hinterlässt oder verlässt, denn sie ist bedeutungslos, diente als Erlebnis. Die Erfahrung kann Nachwirkungen haben, dann aber war es nicht jene Welt, sondern die Emotionen jener Welt, die verfangen haben.

In dieser Ebene kommt ja mancher Tourist aus Leidensregionen der Welt zurück und setzt sich dann für jene Region ein, als Freiwilliger, als Fundraiser, als Dokumentator, als Helfer zu irgendeinem Zweck.

Wäre es uns doch gegeben zu erkennen, uns gewiss zu sein, weshalb wir das Leben leben, in dem wir scheinbar für 80 Jahre gefangen oder auch geduldet sind. Wäre es dann wichtig, wie lange man da ist? Würde man traurig, wenn andere geliebte Menschen die scheinbare Welt verliessen? Weshalb sollte es traurig sein, würde es sich erinnern, dass es nur eine Ferienreise ist? Könnte man sich dann freuen aufs Zuhause? Ist der Tod, der Wechsel, dann eine so einfache Sache wie mein Flug nach von Berlin nach Zürich, nach zuhause? Zwar umständlich, langwierig, aber doch eben nur ein Transfer? Und was ist denn mein Zuhause? Da, wo halt der Körper aufwuchs, wo meine materiellen Dinge sind, wo mein Staat mich leben lässt, mich aber an der Leine gängelt, aber natürlich auch in der Landschaft, die mir so viele schöne Momente beschert(e). Doch verlasse ich das Zuhause gerne, um anderen schöne Landschaften zu sehen, andere Menschen zu sehen, mit ihnen zu sein.

Doch ist das wirklich Zuhause? Ich, Martin, bin immer dann dort zuhause, wo ich vergesse, was ich verliess. Wo es mir also gefällt, wo es zeitlos und grenzenlos sein kann. Der Körper limitiert das zwar, doch es geht recht gut. In dieser Ebene ist es die Erde. Ich habe auf ihr kein Zuhause, in dem ich mich derart verwurzelt fühlte, dass ich nicht weggehen möchte.

Obwohl die Schweiz sehr schön ist, ist sie auch sehr eng. Das Heimkommen und Sehen der Alpenketten, möglichst weiss bedeckt, triggert ein "Wow, wie wunderbar". Schon freut es mich, hier wieder anzukommen. Und so vergeht Zeit, wo mich ein Sehen der Weite eines Horizonts wie auf Welt 16 treibt, jene mit allen Körpersinnen erleben zu wollen. Sehe ich Bilder und Filme von weiter Natur, vorzugsweise Wälder, Seen in Kanada, Alaska, Russland, regt sich in mir der Eindruck, dass ich an so einem Ort zuhause wäre. Könnte und wollte ich dort wirklich länger leben? Bräuchte ich das überhaupt noch zu tun, sollte sich mein Leben dort erfüllt haben? "Alaska sehen und sterben" ... Ich weiss es nicht. Wo ist also "mein Zuhause"?

Bin ich dort, möchte ich oft nicht zurück ins Alte, Bekannte. Leider habe ich auf dieser Ebene die Mittel (= Geld, Möglichkeiten, Beruf etc) derzeit nicht, genau so zu leben. Doch mein Wunsch ist es: Wenn schon in einem Körper auf einem Planeten, dann bitte überall auf dem Planeten, wo sich der Körper und damit ich mich wohlfühle. Daher wohl mein starker Wunsch, nur noch in einem komfortablen Wohnmobil oder mobilen Hausboot zu leben, ohne festen Wohnsitz. Wer mir hilft, das zu erleben, dem ist der Dank meines Lebens gewiss ...

Ich fühlte mich nun zwei Tage sehr wohl in Berlin, bei Peters Gefährten und in Potsdam in Jans Gastfreundschaft, seinem sehr eindrücklichen, selbst gebauten Haus, seiner Freundlichkeit und Grosszügigkeit, seinem Mitteilen seiner bemerkens­wertesten Erfahrungen. Kein Gedanke an die Schweiz. Ich war zuhause.

Nun bin ich wieder im alten Zuhause, das eigentlich keines ist. Es ist nur der Ort und die Umgebung, die aufgebaut werden mussten, damit das Bewusstsein in diese Welt eintauchen konnte, um irgendwas zu erleben, was der Martin schon auf dieser Ebene erlebt hat oder noch erleben wird. Der Martin weiss es nicht, bzw. hat nur eine Ahnung, dass das erst noch kommt, dessentwegen sich das Bewusstsein beim Anblick eines schönen Fotos entschied, mal eintauchen zu wollen - während eines Augenzwinkerns. Und nun als Martin wohl ein langes hiesiges Leben führen darf / kann / muss, bis das zuvor Gesehene durchlebt ist. Danach wird etwas kommen, wozu man einen Körper auf dieser Ebene weiterhin brauchen kann, dann wird's einen "neuen Lebensabschnitt" geben. Ist das Gesehene vollendet erlebt, wird das Bewusstsein sich aus dem Foto zurückziehen - und dieser Ebene wird sich das den anderen Mitspielern als Sterben und Tot-Sein darstellen. Das Bewusstsein wird dies wohl kaum noch kümmern – oder verschwenden wir ein einzigen Gedanken an das Gesehene, wenn wir von Foto zu Foto wechseln?

Peter: "Aber nie zu Haus" — Martin meint, es ist möglich, sich dem zu Haus anzunähern. Denn Peter zeigte ihm Wege dorthin, lehrte ihn Techniken dafür. Martin ist Peter sehr dankbar, dass Es sich in der Rolle des Martin erinnert, dass Es nur ein Foto anguckt ...

Gedicht: Unterwegs

Zur Verabschiedung von Peter Schieweck in einer Andachtshalle in Berlin erfuhr ich in der Gedenkrede noch einige Details über die Kindheit von Peter.

Hier zuhause erinnere ich mich an einiges schon nicht mehr ... wollte er nun ein Schreiberling oder Künstler werden ... ausser, dass er eigentlich nicht Banker werden wollte, aber sein Vater dafür war.

Er schrieb Gedichte.

Eines davon wurde zur Andacht vorgelesen, eines, das er in sehr jungen Jahren schon schrieb. Es ist wohl schon prophetisch für seinen Werdegang, sicher aber für den eines jeden Menschen. So dürfte wohl jeder sich in derr imaginierten Situation wiederfinden ...

Unterwegs

Nimm ein neues Boot. Der Himmel schwankt.
Jedes Bleiben ist schon ein Zuviel.
Immer wieder bist du angelagt,
aber nie am Ziel.

Lass Dein Herz los, denn es ist zu schwer.
Neue Inseln werden Dir bewusst.
Und das Abschiednehmen zählt nicht mehr,
nach so viel Verlust.

Eine kleine Welle, weissumrankt,
löscht die fremden Horizonte aus.
Immer wieder bist Du angelangt
Aber nie zu Haus.

Peter Schieweck

Die Fügung

Einfach, bevor ich diesen vergilbten Zettel noch verliere, tippe ich ihn lieber ab.

Es ist sowieso eine der grundlegendsten Wahrheiten dieses Universums.

“Die Fügung bestimmt das Schicksal der Seelen im Einklang mit ihrer Bestimmung.
(Prarabdha Karma).

Alles, was nicht geschehen soll, wird nicht geschehen, wie sehr du dich auch bemühst.
Alles, was geschehen soll, wird geschehen, wie sehr du auch versuchst, es zu verhindern.

Dies ist gewiss.

Der beste Weg ist also, still zu sein.”

Ramana Maharshi


Es kann jeder selbst beurteilen, wenn er zurückblickt ... ob es stimmt(e) ...

Es ist Stille. Peter Schieweck hat gewechselt

Gerade erfuhr ich, dass mein langjähriger Trainer und Freund, der Bewusstseinstrainer, Peter Schieweck gewechselt hat. Wir nennen das so, der Tod ist der Wechsel in eine andere Ebene - eine, die weder dem Ego noch dem Verstand, den Produkten dieser Ebene, zugänglich ist, da sie wohl nicht polar ist. Wie Peter jeweils sagte "Was hier undurchlässig ist, ist auf einer anderen Ebene durchlässig und umgekehrt", "Was hier eine Form hat, ist auf einer anderen Ebene eine blosse Vorstellung - und umgekehrt".

Die Erinnerung des Wesens, an eine durchlässigere Welt, scheint ja in uns allen zu sein: Glaube an Gott, die Liebe, das Vereint-Sein-Wollen mit dem geliebten Partner, wozu nach der Einschätzung vieler auch der physische Sex dienen solle, der Vereinigung, die dennoch auf der körperlichen Ebene nicht erreicht werden kann. Und dennoch probieren es immer viele damit ... ;-)

Wie Peter sagte: "Wie fühlt sich ein Regentropfen, wenn er endlich im Ozean aufgeht?". Wir wollen alle irgendwie dorthin, werden auch alle dort enden, wo dieses scheinbare Getrennt-Sein sich für unseren Verstand aufheben solle. Es ist nur der, der das nicht verstehen kann, darauf deutet ja so schön im Deutschen die Vorsilbe "ver" - dass das Verb danach irgendwie nicht klappt.

Selbst die von mir heiss geliebte SciFi-Serie Deep Space 9 nahm sich dieses Themas einmal an: Als der in der Welt der Menschen einzigartige Formwandler Odo, der sich darob immer sehr einsam fühlte und sich bärbeissig und mürrisch gab, sich einmal nach langer Suche auf der Heimatwelt seiner Spezies in die formlose grosse Vereinigung auflösen durfte - sein innigster Wunsch - die Heimkehr. Er tat es, und formte sich doch wieder, um in der Menschenwelt weiterzumachen. Diesmal aber mit der Erfahrung der Vereinigung, die ihn heiter und gelassen die getrennte Form leben liess.

Genau dasselbe. Der Tropfen strebt zum Ozean ... löst sich auf, und kann doch wieder Tropfen werden, wenn ihn die Sonne anhebt und als Regen wieder fallen lässt. Er kann auch Ozean bleiben ...

Viele Bilder und Filme, alle zur Darstellung eines total immateriellen Wunsches: Nicht mehr allein zu sein.

Peter lehrte mich, einen wissenschaftsorientierten, starken Verstandesmenschen, die Limiten des Verstandes anzuerkennen, das Dahinter kennenzulernen und zu erfahren. Erwischt hat es mich auch gerade weil seine Sache ein rationaler, begreifbarer Weg sein solle - kein "glaub gefälligst, statt wisse." stattdessen "erkenne und verstehe den Mechanismus, finde und probiere eine neue Strategie aus und entscheide danach, wie es künftig ablaufen soll".

Ich war und bin immer noch IT, wo man alles probieren kann. Reingeschoben als Jugendlicher, fasziniert ob der immateriellen Freiheit des Programmierens. In diesem Raum konnte sich mein Verstand austoben, brauchte dann die materielle Komponente des Computers, um Teile der Ideen in dieser Ebene umzusetzen. So passte das perfekt - spirituelle Information, als Erweiterungen von "Wissen" über Baryonen, Quarks, Elektronegativität, Lichtjahren, Black Holes, Supernovae, Galaxienhaufen, Paralleluniversen und Konsorten.

Im Verlaufe des gemeinsamen Gleiten als Tropfen bis zum Ozean, durfte ich seit 1992 zuerst in der "Ausbildung" mit Übungen wie den Tabus, dem gefürchteten Kneten, den Unvollendeten Handlungszyklen und langwierigen Kristallelaufen und später in den viel heiteren "Ferien vom Ich" erfahren, wie verstrickt die allermeisten Egos mit der Illusion dieser Ebene sind. Wie sehr wir uns Gedanken (wirklich eigene, oder übernommene?) machen über dies und jenes, wie sehr wir festhalten wollen, wie sehr wir meinen, im Recht zu sein, wie sehr wir den eigenen Willen durchsetzen wollen, wie sehr wir uns mit Gleichgesinnten verbinden, um das Andere, Fremde zu bekämpfen, dass es nur eine für alle geltende Wahrheit gäbe, die natürlich gerade ich mit dem Löffel gefressen habe. Wie wenn Wasser sich von Wasser unterschiede ...

Etwas vom Bemerkenswertesten, was wohl jeder Teilnehmer seiner Seminare erlebte: Das bewusste Erkennen des eigenen Leitmotivs. Ein kurzer Programmsatz nur. Aber wow, welch ungeheure Energie, welch diktatorische Macht, welch Verkleidungskünstler, welch hinterlistiges Biest. Meint man es überwunden zu haben, erscheint es in anderer Situation fast ganz sicher wieder - "kuckuck, da bin ich wieder und hab dich immer noch im Griff, hehe". Und wie wir uns alle sträubten, sein Wirken überall, aber wirklich überall im eigenen Leben zu erkennen ... meist wohl als Verhinderer — und wie wir es dank Peters Techniken doch alle schafften, dem Leitmotiv seinen unerschöpflichen Energiezufluss doch noch abzugraben.

Spannend zu beobachten für mich, wie sich das Leitmotiv auch auf die Bekanntenliste auswirkte: Schon bevor ich mein Leitmotiv kannte, lernte ich dort an den Seminaren ja auch Leute kennen. Einige wurden gute Freunde, wir waren also charakterlich ähnlich, verstanden uns gut, ich fühlte mich in ihrer Umgebung akzeptiert, teilweise sogar wohl. Dann erfuhren wir unsere Leitmotive und die waren - oh wunder - oft recht ähnlich in ihrer Bedeutung.

Wie der ehemalige Seminar-Partner von Peter, Horst Vogel, mal süffisant bemerkte "Wie glaubt ihr, finden Menschen als Partner zusammen? Weil sie sich lieben? Vielleicht, aber ganz sicher, weil die Programme zueinander passen". Tja. Demgemäss sind wir (meistens) nicht viel mehr als Bioroboter, gesteuert von Algorithmen aus der Matrix ... jener Film war ja schon ein Griff hinter die Kulissen dieses Welttheaters ... damals lächelte man dann ... um zu entdecken, dass es genau so ist. Tja, und das Ego, das Ich, etwas Icing on the cake.

Was mit dem Erkennen der vielen anderen Programmen und Entscheidungsketten immer klarer und klarer wurde - wer natürlich diese Dinge kennt, spielt damit und manipuliert uns Bioroboter fast nach Belieben. Und das Ego merkt davon selten was. Deshalb schreibe ich oft am Schluss meiner Blogartikel die Erinnerung ans Ego: "Cui bono?" - "wem nützt es", oder "Think globally, act locally" - "denke global, agiere angepasst im direkten Umfeld", damit das Ich immer daran erinnert wird, dass das Schiff, dessen Kapitän es meint zu sein, halt doch von den Programmen des Autopiloten gelenkt wird.

Und wenn das Ich denn wirklich sich aus dem einlullend bequemen Kapitänssitz aufraft und seines Amtes walten will, soll es sich am besten mal um die Programme kümmern, alte rausschmeissen, oder wenigstens langsam anpassen, oder die Trigger der Programmaufrufe finden und auf geeignetere Routinen zu lenken. So ein Supertanker ist ja eh schon eine träge Masse, da kann man nicht einfach mal alles ändern. Zuviel würde das Schiff ja eh nur unsicher machen, schliesslich macht der Autopilot seinen Job ja meistens gut. Aber stimmt sein Kompass noch?

Ich merke all das nicht zuletzt jetzt wieder: Es fühlt sich an wie vor 8 Jahren mit dem Wechsel meiner Mutter. Das Ego weint, es ist traurig. Das Wesen ist sich dessen gewiss, dass es ja natürlich ist. Die physische Erscheinung verschwindet aus dieser Ebene, der erkennbare, einzelne Tropfen hat sich aufgelöst im Ozean. Die noch Einzeltropfen erkennen den Verschwundenen nicht mehr, obwohl sie selbst dasselbe sind wie der Vermisste.

Für mein Ego, das auch ein Produkt dieser Ebene ist, fühlt es sich allein gelassen, verlassen an. Wie bei meiner Mutter kann ich mich in das Ego versenken und dann kommt das Heulen. "Nun bin ich alleine". Der Verstand hilft ein wenig in meinem Fall, da meine Mutter immer kränklich, später sehr krank war. Da konnte sogar der Verstand sagen, dass es wohl gnädiger sei, wenn sie gehen könnte. Ich weiss von meiner Cousine, dass sie ihre sehr tatkräftige Mutter sehr vermisse ...

Peter, der als Exbanker der Deutschen Bank ebenfalls von seinem Vorgänger unterwiesen wurde über die Vorgänge im Bewusstsein, hat massgeblich dazu beigetragen, dass ich den Wechsel meiner Mutter in Ruhe und Gelassenheit durchleben konnte.

Vor Jahren am Abschluss eines Seminars sagte er zu uns "Wenn es mir gelang, etwas Ruhe in das ständige innere Geschrei zu bringen, dann ist es gelungen". Obwohl diese Information eigentlich der Hauptzweck der ganzen Ausbildung war, wurde mir erst bei diesem Satz wirklich bewusst, was das Training in meinem System bewirkte: Es wurde ruhiger, gelassener, stiller. Denken ist zuweil nun ein Müssen, keine Automatik mehr. Eben, das Geschrei ist weg.

Natürlich, in meiner IT-Arbeit denke ich viel, doch dazu ist der Verstand ja auch da, er ist ein Werkzeug aus dieser Ebene für diese Ebene, das man einsetzen kann. Wenn es Sinn macht. Doch das Werkzeug darf uns nicht übernehmen. Früher übernahm mich mein Verstand. Heute liegt er friedlich wie mein Hund zu meinen Füssen und wartet, bis er gerufen wird. Vielleicht hat diese Erkenntnis Stephen Hawking, Elon Musk und andere erreicht, wenn sie neuerdings vor der KI (Künstlichen Intelligenz) warnen ...

Der Verstand weiss nicht, was kommt. Er hat als Berechnungsgrundlage nur die Vergangenheit. Daher kann man ja auch so trefflich diskutieren und streiten. Weil jeder Tropfen einen eigenen Verstand beschäftigt, der aus der scheinbaren einzigartigen Geschichte heraus argumentiert. Und wenn er einen eben übernommen hat, sich auch durchsetzen will, sogar so, dass er andere Tropfen vernichten will. Wie wenn Wasser Wasser vernichten könnte ...

Ich als Tropfen mischte mich daher 1991 mit einem anderen Tropfen, die schon was beim Tropfen Peter gelernt hatte, und wir trennten uns dann wohl wegen einer winzigen Unebenheit und kullerten wieder getrennt weiter, ich im Rinnsal des Tropfens Peter. Unsere Wässer schieden sich nicht mehr ... auch wenn uns jeweils bald 900km in dieser Ebene trennten. Jährlich berührten sich unsere Tropfen wieder, die "Haut" des Tropfens wurde jeweils durchlässig und so spürten wir ansatzweise zuerst nur Sekunden, später viele Minuten lang, wie es sich wohl anfühlt, wenn der Tropfen sich im Ozean aufgelöst hat.

Viele von uns, die wir von ihm lernten, geben das Gelernte und Erfahrene in mannigfaltiger Art weiter. Ich ja auch. Und jeden freut es, wenn die Oberflächenspannung eines anderen daherkullernden Tropfens kurzzeitig zusammenfällt, damit sich Wasser mischt - auf dem Weg zum Ozean. So dass andere erkennen, was hinter all dem Gedöns und Geschrei der Emotionalität ist.

Peter war ein zielstrebiger Tropfen. Es erfüllt mich mit tiefster Dankbarkeit, dass mein Tropfen sich in diesem Leben seinem Kielwasser anschloss und so lernte, wie und wo es zum Ozean geht. Der Ozean, der eigentlich überall ist - wenn ich meine Oberflächenspannung durchlässig werden lasse. Dies zu erkennen und zu erfahren, trotz Verstand und Form, ist etwas, das wir offenbar alle können. Was wiederum beweist, dass es zu anderen Ebenen keine wirklich undurchdringlichen Barrieren gibt. Sonst könnten wir uns ja nicht nach Vereinigung etc. sehnen. Es muss uns halt einfach ab und an einer begegnen, der uns nass macht.

So, es kommt mir nichts mehr in den Sinn. Das Ego weint und trauert wohl noch etwas. Drum dieser Artikel. Das Wesen, der Ozean, war und ist gewiss, dass es so natürlich ist. Aus ihm kam der Tropfen, fiel auf den Boden, folgte der Schwerkraft und beendete seinen "Egotrip" ... löste sich auf und fühlt sich - das sagt mein Ego nun - hoffentlich zuhause und in harmonischer Heiterkeit.

Ich danke dir Peter für all das, was ich bei dir (wieder) lernen durfte. "Es ist Eins, mit es ist Stille, mit es ist Grenzenlos"

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