Katastrophe: Skype für iPhone

Ich habe ja ein einziges Apple Gerät, das iPhone. Das drum, weil ich einen No-Brainer haben will als reines Kommunikationsgerät. Dazu gehörte in der App-Ausstattung seit langem das sehr nützliche Skype.

Aber was die sich mit dem letzten Update geleistet haben, ist unter jeder Sau. Ich hatte bis anhin noch nie eine App bewertet, aber nun tat ich es. Neben vielen anderen. Skype hat derzeit von Rating von einem einzigen Stern für die letzte Version. Und das auch nur, weil man nicht Null oder negative Sterne geben kann.

Gute Features von Skype wurden verhunzt, einige wichtige Dinge sind schlichtweg nicht mehr da. Und dafür Social App like Dinge wie ungefragt Kontakte synchronisieren wollen, was Skype afaik noch nie machte. Dann diese "neuen bunten Layouts" ... totale platzverschwendende Katatrophe. Ich gehe gar nicht ein auf all die anderen Verhunzungen. Skype hat in einem UPDATE sämtliche Professionalität und Benutzbarkeit verloren. Wäre es nicht kostenlos, hätte ich also bezahlen müssen, würde ich Skype verklagen. Denstalliert habe ich es jedenfalls. Es ist für mich schlichtweg unbrauchbar geworden.

Es ist mir unerklärlich, wie eine Firma, Microsoft oder eine Tochterfirma ist es derzeit meines Wissen, so einen absoluten Schrott rauslassen kann.

Ich habe alle meine Skype-Partner gewarnt, Skype zu aktualisieren auf dem iPhone. Aber nach einer gewissen Zeit kann man sich ja scheinbar nicht dagegen sträuben. Und alle Gewarnten rapportierten mir danach von "Scheissdreck" bis "total trash" allerlei.

So bleibt der Wunsch von mir und vielen anderen Bewertern: Bringt subito das alte Skype zurück.

Ohne weitere Worte ob der Dummheit der Skype-Produktdesigner ...

Robots in Datingseiten - wie erkennen? Oft ist es einfach

So, letztens kam ich über so einen URL-Verkürzer auf die Datingseite mein45plusflirt.com. Diese gemäss Impressum aus Holland betriebene Website soll dem Publikum über 45 also schnelle und einfache Erwachsenenspiele vermitteln, also das unkomplizierte Erotiktreffen.

Da ich schon mal da war und ich diese Plattformen ja kenne und zum Altersbereich passe, dachte ich, ich schau mal rein, um zu sehen, was mir denn eine holländische Website in Zürich und Umgebung so vorschlagen würde. Denn klar war nur, dass jede Meldung an einen Teilnehmer um die CHF 2.50 kostet, also recht teuer ist. Wer grad ein Abo bucht, den kommt's günstiger.

Da konnte ich dann also loslegen, ein Profil erzeugen, das natürlich vor der Freigabe von irgendwas kontrolliert wird. Neben festgelegten Filterkriterien konnte ich einen freien Text hinzufügen. Das tat ich, annehmend, dass natürlich jegliche Nummern und Web- und Email-Adressen nicht durch kämen. Und so war es ja auch. Der Text wurde einfach nicht freigeschaltet. Erwartungsgemäss. So probierte ich einige Dinge, um den Kontroller herauszufordern.

Interessanterweise liess der dann einen Satz stehen, in dem ich um einen Vorschlag zum "Realitäts- und Anti-Bot Check" bat bei denjenigen, die mich anschreiben würden. Da die mir antwortende Person ja auch bezahlt haben musste, könnte sie dann auf meinen Profiltext eingehen und etwas offerieren, wie beispielsweise den anonymen Ad-Hoc-Chat stin.to oder irgendwas anderes. WENN sie an einem Kontakt interessiert wäre ...

Die Website listete mir also schon sofort ein Dutzend williger Frauen auf, die auf mein Profil passen würden. Alle mit Foto. Alle so ab 35 - 55, aber mit Fotos in Top-Qualität, selten je eines, wo man die eher mediocre Qualität einer Handyknipse oder so erkennen konnte. Dennoch alle Ausschnitte so gewählt, dass man zwar die Person schon sah, dass aber die Google-Bildersuche nichts fand. Theoretisch also mögliche, authentische Fotos. Wenn auch meistens zu jung vom Bild her und auch sonst nicht mit altersgemässen Effekten belastet. Oder dann halt alle gut geschminkt.

Wie auch immer, es hatte also welche, die mir gefielen. Und eine einzige Meldung war ja schon mal kostenlos. Wobei als Meldung jede beliebige, auch vorgefertigte Benachrichtigung galt. So konnte man einen Kuss zuwerfen, der wirklich nur eine Notification ist. Auch für die waren schon die CHF 2 fällig.

Ich hatte also mein Profil gemacht, andere angeschaut und ein paar Favoriten gefunden und verliess das Portal, ohne jemanden anzuschreiben. Am nächsten Tag hatte ich von fast allen meiner Matches eine Benachrichtigung in der Inbox. Entweder eben diese Notifications oder sogar einen scheinbar selbst formulierten Text.

Darunter auch ein Text von meiner Favoritin. Da ich ja noch diese einzige kostenlose Meldung hatte, sandte ich der einen Text, indem ich meine Email und andere mögliche Angaben für einen immer noch beidseitig anonymen Erstkontakt durchgab. Ich schrieb auch, wieso ich das so will ... von wegen Erfahrungen mit Datingsites etc. etc.

Die Antwort darauf kam am nächsten Tag. Kein Minitext, es wird wohl schon ein Mensch gewesen sein, der die Antwort schrieb. Sie war so formuliert, dass klar wurde, meine Meldung wurde verstanden. Der Autor tat mein Ansinnen aber ab, mit "ich weiss auch nicht, ob das alles hier echt ist, aber ich nehme keine Deiner Kontaktaufbau-Möglichkeiten an". Und dann aber doch noch eine Anreizfrage an mich. Häja, schliesslich sollte ich ja Geld generieren für die Website. Meine Favoritin wurde also von der Liste derselbigen gestrichen.

Nun waren auf der aber weitere mir passende Fotos hinzugekommen, jeden Tag präsentierte die Website 2-4 neue mögliche Matches. Und die meldeten sich auch - entweder mit den vorgefertigten Notifications oder auch mit Texten, die meist Allgemeinplätze waren, aber niemals auch nur annähernd auf meinen Profiltext, geschweige denn meinen Wunsch auf Realitätscheck eingingen. Wow, so viele wollten mich. Logisch, die Website hat sie doch auf mich gematcht. Da sollte ich ja wohl freudig in die Tasten hacken und Geld loswerden. Denkste ...

Es fand sich dann eine weitere Favoritin, die eben "zu toll um wahr zu sein" war, der ich dennoch eine Meldung zukommen lassen wollte. Da rang ich mich durch, die CHF 2.50 über ein Telefonbilling zu bezahlen. Denn klar, wenn etwas echt ist, ist es auch wert, bezahlt zu werden. Und ich hätte diese Person auf dem Foto wirklich sehr gerne zumindest mal kennengelernt.

Nach der Bezahlung ging also diese Meldung mit ähnlichem Inhalt wie die erste raus. Postwendend ebenfalls eine Antwort mit ähnlichem, auf die Meldung eingehendem Text, aber natürlich ohne Annahme einer der offerierten Kontaktmöglichkeiten. So formuliert, dass eine Antwort provoziert werden soll.

So, etwas länglich erzählt, weil ich das Verhalten der Website schon über längere Zeit beobachtet hatte, bevor ich mein Profil wieder löschte und diesen Blog schreibe. Und da ich ja solche Setups kenne, wollte ich mir ziemlich sicher sein, dass es sich hier um eine reine Abzockersite handeln könnte.

Daher meine Liste von möglichen Erkennungsmerkmalen:

0. Man ist Mann. Schon mal grundsätzlich gute Voraussetzung, dass man nur abgezockt wird.

1. Website erzeugt viele Matches, Treffer

2. Diese Matches kontaktieren einen daraufhin auch fast alle und regen Instinkte an (siehe 0.)

3. Selbst die scheinbar auf mich gemünzten Meldungen gehen nicht auf mein Profil oder den Freitext ein

4. Die Texte stellen Fragen oder wollen einen anderweitig in einen Ping-Pong-Dialog verwickeln und verweigern jeden Echtheitstest.

5. Jede Kontaktmeldung kostet, oft schon unbeeinflussbare Interessensbekundungen.

6. Selbst wenn man konkrete Informationen übermitteln kann, wird darauf nicht eingegangen, oder nur so oberflächlich, dass man meinen könnte, es sei so gewesen.

7. Der eigenen Fantasie, Gier, Geifer widerstehen. Diese Emotion ist der Motor für solche Websites.

Zum Fotomaterial, das ja wegen 0. und 7. präsentiert werden muss, gilt folgendes anzumerken:

1. Fotoqualität: Hier gilt es aufs Handwerkliche zu schauen. Sehen Schnappschüsse wirklich so aus? Ist da nicht professionelles Licht-Equipment erkennbar?

2. Fotosuche: Man soll doch mal diese Fotos über die Google-Bildersuche finden lassen. Ein Treffer bei der Bildersuche beweist natürlich nicht grad den Fake-Status, aber je nach Konnotation ist es dann klar.

3. Objektqualität: Hat die Person die bekannten, realen Alterseffekte? Ist die Haut zu rein, zu straff um zum Alter zu passen? Ist sie geschminkt? Sind grössere Hautpartien zu uniform, um wahr zu sein? Ein Blick auf eigene Hautpassagen sollte zeigen, was zu beachten ist.

4. Passgenauigkeit: Passt das Foto zur Beschreibung, die diese Person über sich selbst abgegeben habe.

Gerade Punkt 4 ist etwas, was ganz andere Wahrnehmungsfähigkeiten als die visuelle in uns triggert. Daher kann man diesem Bauchgefühl schon sehr gut trauen.

Ich hatte also aufgrund meines Katalogs schon fast die Sicherheit, dass es hier um eine reine Abzockersite geht. Nach einigen Tagen und vielen neuen Matches fand die Googlesuche dann einen Verräter. Da war ein Foto drin, das Dutzende Treffer ergab, wo jeweils überhaupt mal Namen und bei jedem Foto erst noch verschiedene Namen ergaben, bei Twitter, Flickr, Snapchat, in englischem Text, auf amerikanische Themen bezogen ...

Nun ist es ja so, dass jede Website sich vermarkten muss. Das ist ok, aber bei Datingseiten ist halt das Problem, dass die Vermarktung eigentlich nur über das Interesse des Suchenden läuft. Die Website selbst kann da nicht punkten, deshalb greifen einige halt zu Beschiss, denn nur Köder locken die Suchenden. Das ist so gewesen bei Tinder, Lavoo, Adultfinder ... aber auch bei den "Seriösen" wie Parship, Elitepartner ... bei den Seriösen kann man vom reinen billigen Fotomaterial auch auf eine physische Person upgraden, die dann halt nach einem echten Kontakt sagt, dass es leider nicht passe. Zweck erfüllt, der Suchende hatte einen Treffer und einen Kontakt gehabt - er muss nur aufpassen, ob er dadurch implizit die Glaubwürdigkeit der Website auf 100% setzt, was natürlich eben nicht zwingend logisch ist.

So bleibt also das Kennenlernen über Websites immer ein Risiko auf Zeitverschwendung, Geldverlust, Energieverschwendung in Luftschlösser, Träumereien, Unwahrscheinlichkeiten.

Und dennoch: Wenn ich so eine Website nutze - und ich bin echt - dann tut das ja vielleicht auch eine andere, reale Person. Die Chance besteht also. Man(n) muss nur einfach etwas realistisch oder mit Lebenserfahrung an die Sache rangehen.

Meiner Erfahrung entsprechend sind diese sehr klar themenbezogenen Websites zu stark verseucht mit Fakes, wohingegen eine normale Chat-Website die besseren Chancen bietet. Denn hier gibt es oft auch Chaträume für Erwachsenenspiele ... aber eben auch anderes. Und man sollte so einen potentiellen Sexpartner definitiv auf Alltagsthemen abklopfen. Denn Sex ist zwar schön, aber von den 16 Tageswachstunden macht das wohl keiner immer so lange und tagein. tagaus. Und daher gibt es Themen, mit denen man die Echtheit eines Menschen schon finden kann, wenn man(n) denn will.

So war es spassig, vor allem mich und meine Triebe oder andere Emotionen wieder mal gut zu beobachten ...

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Nachtrag: Hier ist eine Liste von Portalen, die (auch) Fake-Profile einsetzen:

https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/digitale-welt/onlinedating-auf-diesen-portalen-flirten-fakeprofile-21848

VW - VerWerflich, zum II. - die ZDF ZOOM-Reportage

Heute hat das ZDF in der Beleuchter-Sendung ZOOM den Abgasskandal des VerWerflich-Konzerns ausgestrahlt. Das Interessante ist - im Vergleich zum Trump-Bashing wegen dessen Paris-Ausstieg -, dass hier die Bundesregierung des ach so grünen Autolandes Deutschland einen zu verachtenden, zu verurteilenden, rein ökonomisch begründeten Protektionismus fährt.

Es wird wieder mal klar, dass man den Splitter im Auge des anderen doch viel leichter sieht als den Balken im Eigenen. Das Amerika - halt nun unter dem temporären Trump - hat den Deutschen auf den Deckel gegeben. Und VerWerflich kuscht. Und in der BRD darf das Volk die Kröte schlucken, statt auszuspucken.

Ich finde es ungeheuerlich, wie sich das vom ZOOM-Reporter rapportierte Verhalten der Bundesregierung darstellt. Eine Bananenrepublik scheint transparenter zu sein. Und vor allem frappiert mich die kaltschnäuzige Arroganz, an der Generalversammlung von VerWerflich mit über einige Milliarden Gewinn nach Steuern zu protzen, wohlwissend, dass sie das auf dem Rücken der Bevölkerung tut, denn VerWerflichs Software-Udpate-Massnahme reinigt höchstens in homöopathischen Grössenordnungen.

Sag das mal einem Grossstadtmenschen, der an Atemschwierigkeiten leidet - obwohl doch VerWerflichs Autos so sauber sind. Diese bewusste und rein ökonomische Täuschung ist eine zum Himmel stinkende Sauerei. Man bedenke: Es gibt ja die Technik, fast 95% der Stickoxide zu reinigen - es kostet halt etwas mehr. Die Harnstoff-Abgasreinigung.

Verflucht nochmal, Autos werden eh geleased heute, was macht da €1500 mehr aus auf die Leasingzeit? Fürs Auto wird wohl von jedem über die Zeit Kohle rausgehauen, um Speziallackierungen und andere Accessoires ins Auto zu klatschen, da kann sich ein Käufer wohl kaum rausreden, dass er die 1500 nicht ausgeben können würde. Oder es ist wohl eher so, dass die Käufer das gerne ausgäben, wären die Kisten dann sauber.

Es ist also klar, dass es VerWerflich nur immer um der kapitalistischen Maxime zu frönen: Gewinnmaximierung und nach uns die Sintflut - wohl für nachkommenslose, bald absterbende Technokraten. VerWerflich soll von den in ZOOM genannten, bereits 25'000 Deutschen in einer Sammelklage so kräftig der Arsch verhauen bekommen, dass da dann zumindest für lange Zeit keine Ausscheidung mehr rauskommt ...

Also pro rückgekauftes Auto wie in der USA ca. €20'000. Bei 8+ Millionen VerWerflich Autos in der BRD .. Holla die Waldfee ... oha, rein Reim ... ;-)

... und wir sollen kein Bargeld mehr haben dürfen ...

Angesichts des WannaCry Trojaners und anderer Dinge wie des Darknets, das von Geldfälscherringen zur bequemen und anonymen Arbeitsteilung zwecks Produktion von Fälschungen auch der neuesten Geldnoten genutzt werde, frage ich mich schon, wieso wir Braven kein Bargeld mehr nutzen können sollten ... klar, es kann wie eben grad erwähnt gefälscht werden ... doch das interessiert die Politik doch nicht ...

Aber die Gauner im Darknet, die nutzen ja Bitcoin etc. Da gibt's dann grad gar nichts zu verfolgen seitens der Polizei oder so. Wenn die Braven auch noch vom Geld weg in die Bitcoins gedrängt werden, wird die Verfolgung noch schwieriger ... nun ja, nicht mein Problem.

Was mich ärgert, ist ja nur die Argumentation der Politik: Wir sollen weg von Bargeld, damit leichter verfolgbar wird, was wir so mit unserem Vermögen tun. Ahhhja. Natürlich, die Braven können ja dank Gesetzeswerken auch leicht überwacht werden. Und was kümmert das die Typen im Darknet mit ihren Cryptowährungen? Grad rein gar nichts.

Ich mag lieber Bargeld. Bisher hat mein Geld noch immer jemand genommen, wenn ich nichts anderes hatte ... :-)

Und die Ganoven könnten mit gefälschtem Bargeld ja auch sich selbst auf den Leim gehen und damit auffliegen ... das wäre dann eine schöne Ironie ... die werden sich also eher hüten ... aber mit Bitcoin und Konsorten, da gibt's diese Gefahr ja grad mal nicht ... ist wohl so wie bei den Autos: "Auf in die Ferien nach Polen, Ihr Auto ist schon da ..."

Ging mir grad so durch den Kopf ... als ich eine Heise-News las ...

Greenpeace an der CS GV

Dass ich Greenpeace Mitglied bin, ist an sich bekannt und sei einfach eingangs grad mal deklariert. Für einen Aktivisten bin ich eh zu alt und habe sowieso Höhenangst ... also nix mit Abseilen und so.

Ich nehme deren Einsatz auch nur als Anlass, über die CS zu schreiben. Ich bin selbst CS Kunde, habe aber keine Aktien. Ärgern tue ich mich im unmittelbaren Alltag an den versteckten Abzockgebühren, die die CS mindestens mir als einem Winzkunden auferlegen: Letztens "musste" ich - oder wurde ich freundlich genötigt -, ein sogenanntest Bonviva Programm abzuschliessen. Das hatte man mir schon vor Jahren angetragen, aber durch die andauernde 0%-Politik der EZB zahlt die CS auf meinen Konti de facto 0% Zins, verlangt aber seit wenigen Jahren Kontoführungsgebühren, die sie vorher (ab einem gewissen verwalteten Vermögen) nicht erheben wollten.

Die Nötigung ist die, dass ich "dank" Bonviva nun weniger stark abgezockt werde als ohne. Wohlgemerkt, gemolken werde ich - einfach weniger stark.

Nun kann man sagen, ein Konto bei einer Bank braucht's halt und die anderen Banken seien wohl auch nicht besser. Wenn dann aber der Führungriege Boni versprochen werden, die jeglichen Realitätsbezug vermissen lassen, dann verstehe ich eigentlich nicht, wieso ich als Kleiner ausbaden muss, was andere nicht zu meinen / aller Gunsten korrigieren können: Dass halt eine voll verblödete Geldpolitik herrscht in der EU. Die CH ist dem natürlich unterworfen, denn alle unsere Handelspartner sind ja in der EU.

Eine Rechnung: Sagen wir mal, die CS hat 5 Mio. Kunden. Kleinkunden gemeint. Meine Gebühren für die Kontoführung sind derzeit jährlich ca. CHF 150. Angenommen, das wäre bei all den 5 Mio. so, dann sind das CHF 750 Mio, die sie da reinholen für eine reine Computeranwendung. Nicht einmal eine Milliarde. Aber mehrere Milliarden gehen als Boni raus ... wie soll sowas eigentlich je passen? Und mir muss die CS es ja abzocken "weil die Gesamtlage ja so schwierig sei ...". Tja, wieso dann nicht dort einziehen, wo es sich lohnt?

Eine Bank - vor allem wenn sie das Suisse im Namen trägt - insinuiert die Vertretung eines Landes, seiner Bürger im Sinne, dass sie eine Bank wäre/sei für alle Schweizer. Sie ist es aber nicht mehr. Sie ist eine Bank für die reichsten Schweizer und Ausländer ... oder Investment Fonds, deren Fond Manager sich gar nicht mit Menschen, sondern nur mit Umsatzzahlen rumschlagen. Um denen zu geben, die schon viel zu viel haben ... gemäss dem Bonmot "der Teufel scheisst auf den grössten Haufen". Ich als Schweizer finde mich von der CS nicht vertreten ... weder als deren Inlandkunde noch als Schweizer im Ausland ...

Dass man Banken nicht per se einfach verteufeln kann, ist mir schon klar ... denn wie ich andernorts schon oft schrieb ... wem ist seine Rente egal? Wer kann auf die hoffentlich während des Arbeitslebens wachsende Anhäufung seines Rentenkapital verzichten, bzw. wer will darauf verzichten? Wer lässt eine Bank dieses Geld managen und wäre unzufrieden, wenn es nicht das Gewünschte abwürfe?

Wer hier sagen muss, ja Verzinsung ist wichtig, der akzeptiert das Credo des Kapitalismus. Und da beisst sich dann die Schlange oder gerne auch Katze in den eigenen Schwanz. Bitte Intelligenz anwerfen, um das mal durchzudenken ...

Ich beobachte die Sache mit der Dakota Access Pipeline dank DemocracyNow.org etwas genauer ... die Bank CS ist nicht der Schlüssel dazu, diese Pipeline zu verhindern. Das war Obama und das wurde nun von Trump rückgängig gemacht. Aber die Bank ist ein Puzzlestein in der kapitalistischen Rechnung, ob es sich lohnt, sie zu bauen. Denn man muss dafür ja Investitionskapital anhäufen. Wenn jeder Geldgeber sich mal überlegen würde, ob er - trotz eigenem Erfolgsdruck gegenüber irgendwem - den Kredit sprechen will, ihn gar verweigert, dann kämen solche Projekte nicht mehr zustande.

Experten sagen ja, dass sich eine andere Sünde Trumps, die Glorifizierung / Monetarisierung von "Clean Coal", zum Glück nur darum nicht mehr verwirklichen lasse, weil andere Techniken mittlerweile billiger seien. Kurz: Es lohnt sich nicht mehr. Das ist das scheinbar einzige, was Kapitalisten interessiert.

Gut, wenn dem so ist: Wir Kleine kommen dem nie bei. Wenn ein Trump USD 140 Mio. verdient in einem Jahr, dann ist das einfach nicht mehr vermittelbar, wenn man die Ansprüche eines bequemen und sicheren Lebens eines Körpers zugrunde legt. Merkwork: Wieviele Steaks kann man täglich essen? Wieviele Häuser kann man sinnvollerweise zugleich besitzen / benutzen wollen? Und zuletzt: Kann man sich Gesundheit kaufen? Oder bis wie weit? Wozu braucht ein Mensch soviel Geld? Und ich meine brauchen für Persönliches. Gut, man kann darunter natürlich auch die Einflussnahme auf andere zählen, was sich mit Geld halt meistens machen lässt. Doch das meine ich jetzt nicht.

Aber wir Kleine haben mit den Reichen etwas gemeinsam: Wir sind oft Eltern und wünschen unseren Kindern eine schöne und sichere Zukunft. Sting sang mal "i hope the Russians love their children too" ...

Meiner Meinung nach kann man nur so an Chefs von Läden wie der CS appellieren: "Wie soll die Welt aussehen, in der Eure Kinder leben sollen? Und was macht Ihr dafür, um das sicherzustellen?" Kann man globale Sicherheit für sich kaufen? Ein Trump kann sich in der USA in seinen Türmen verschanzen, aber nur schon Mexiko könnte ein heisses Pflaster werden ... Die in dystopischen Filmen oft gezeigte Ghettoisierung der Gesellschaft, das Abschotten der Reichen hinter stark befestigten Mauern ... wollt ihr, dass eure Kinder so leben müssen? Wenn der Rest der Welt sich gegen die wenigen Reichen erhebt, nützen auch Mauern nichts. Wenn die Welt verdreckt ist, ein ungesunder Platz zum Leben, so können sich die Reichen zwar Biotope bauen und hinter Mauern schützen .. aber ob das wirklich klappt ... abgesehen von der Aussicht der Kinder, sich zwar im Paradies, aber doch nur eingeschränkt bewegen zu können. Naja, vielleicht war's ja so mit Adam und Eva, damals im Paradies ...

Es muss also meiner Meinung nach die Generationensichtweise wieder in die Köpfe von Rohner und Konsorten rein. Es geht nicht an, dass man eine jetzige Generation von Indigenen in Dakota ignoriert. Es geht auch nicht an, dass man sich hinter den Text "wir sind nicht die grössten Investoren" oder "wir sind keine unmittelbaren Investoren" zurückzieht. Denn diese Leute würden wohl kaum gerne hören, dass sie den geistigen Horizont eines Autobahnkilometers hätten. Nein, die sind schon klever - sonst wären sie nicht dort, wo sie eben sind. Aber bitte, dann nützt doch Eure Intelligenz für förderliche Ziele und erkennt, wenn Eure Aktionen Schädliches verstärken oder gar initiieren. Eure Kinder, Enkel und Urenkel werden Euch danken.

Oder soll ich denen wünschen, dass sie an Reinkarnation glauben und in 50-100 Jahren nochmals kommen sollen, aber dann eventuell in Vietnam, Bolivien, Somalia oder irgendeinem anderen Land, das Eure Gedankenlosigkeit zerstört?

Soweit gehe ich nicht. Denn man weiss es ja nicht - nicht, was sie jetzt machen, sondern was sein wird. Man weiss nur, dass Projekte wie die DAPL heute das Leben von Menschen gefährlicher macht. Und dass gerade die Amis das wissen und selbst darunter leiden, beweist das Wasserproblem von Flint.

Bisher waren Leute wie Präsidenten von der Wissenschaft zu überzeugen, aber bei Trump bin ich mir da echt nicht sicher. Sollte es dem wirklich egal sein, wie die Enkel seiner Tochter leben werden? Er ist schon 70, er wird - ohne Wissenschaft, sprich Medizin - wohl bald ableben. Dank Medizin, die er sich ja leisten kann, wird er es noch etwas länger machen. Wissenschaft unterdrücken, aber dank ihr länger besser leben können/wollen? Also Wasser predigen, Wein saufen.

Der Typ ist schon eine dramatische Herausforderung an jeglichen Glauben an die Intelligenz des Menschen.

Dennoch: Er hat in Sachen DAPL die Zügel wieder gelockert, aber eine CS muss ja nicht alles mitmachen. Denn die Freiheit besteht ja unter anderem darin, nicht immer das zu tun, was möglich ist, nur weil es möglich ist. Solche Verzichtsentscheidungen sind jedoch die Resultate eines persönlichen, menschlichen Wachstums.

Dieser geschieht halt oder nur unter Druck - ist ja nicht neu. Und was bei Entscheidungen eines jedem Einzelnen nur Konsequenezn auf wenige andere hat, ist bei Institutionen wie Banken oder Präsidenten eben anders: Hier versaut eine Unterschrift das Leben oder die Lebensgrundlagen unzähliger anderer.

Rohner, Trump und andere sollten sich doch einmal vorstellen, dass ihre Kinder heute in eines der zuvor genannten Länder verschlagen wären und dort nicht rauskämen. Wie also sollte man dann seine weitreichenden Befugnisse nützen? Auf dass die Kinder dort ein angenehmes Leben haben? Oder halt doch alles nur nach dem Motto "Nach mir die Sintflut"? Nicht grad schmeichelhaft gegenüber dem eigenen Nachwuchs ... der doch mal die eigene Altersversorgung sein soll ... bei uns Kleinen ja ... bei Trump werden's dann halt eine Elite Hospital und Residence sein ... das ist ja das Dumme daran ... seufz ..

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

USA ist politisch ein Schurkenstaat

Die Regierung der USA reiht sich meines Erachtens nun schon langsam ein in die Reihe der Schurkenstaaten.

Wenn ein Präsident auf die Laune seiner Tochter hört, wenn ein Präsident vor einem halben Jahr in die Mikrophone schrie "i love wikileaks" und nun den CIA-Chef sagen lässt, dass Wikileaks ein feindlicher Nachrichtendienst sei, wenn ein Präsident Leute ausschafft, die legale Aufenthaltspapiere haben und seit Jahren da leben ... dann qualifiziert das problemlos für einen Schurkenstaat.

Was zeichnet die denn normalerweise unter anderem aus? Totale Willkür der Führung. Einschüchterung seiner Bürger. Genau das tut die Trump-Administration.

Es gebe zwar Leute, die sich sicher sind, dass Trump es kein Jahr lang schaffe ... aber eben, auch das darf sich erst beweisen ...

No other words.

Swisspass zum Zweiten ... eine Klärung aus der Praxis

Wie es so kommt - heute musste ich überraschenderweise an einen Termin, wo ich den Swisspass wieder einsetzen musste. Da ich auf einen etwas früheren Zug ging, hatte ich die Musse, im Zürcher Hauptbahnhof etwas zu schlendern - und fand dort einen Kondukteur, der offensichtlich grad eine Pause machte. So fragte ich ihn also, was es mit dem Swisspass so auf sich habe, wieso ich den zücken muss.

"Ich muss ihn erstens fühlen und zweitens das Foto prüfen können. Es sind schon Fälschungen im Umlauf, wo ein Foto überklebt ist." Ich war überrascht - die müssen also das Foto sehen? Ist das denn nicht auf dem Chip? Er: "Nein, auf dem Chip nicht, wir könnten es jedoch downloaden, was aber 1-2 Minuten gehe. Aber das Internet ist ja auch für uns nicht immer und schnell verfügbar. Zudem sind unsere Geräte schon drei Jahre alt und können noch einiges nicht. Es soll aber kommen."

Ich fragte, was er denn mit dem NFC-Leser überhaupt sehe: "Nur die Gültigkeit des Passes, es werde einfach rot oder grün." Kein Foto.

So verstehe ich nun schon, wieso die Kondukteure den Swisspass wirklich (noch) in die Hände bekommen müssen. Altbacken ist es dennoch. Aber er sagte ja "es wird kommen". Aber was? Das Internet schneller im Zug? Gerne. Auch für die Passagiere. Auf dem Interregio nach Aarau war jedenfalls kein Internet.

Selbst wenn der Chip auf dem Swisspass wenig Speicher hat, ein stark komprimiertes JPEG2000 oder ähnlich geht doch wohl rauf, ist ja erst noch nur Schwarzweiss. Dann wäre die berührungslose Swisspass-Kontrolle schon möglich ... wie auch immer. Es freut mich, dass die auch nur mit Wasser kochen, denn unsere 4tix-Gästekarten können schon lange ein Bild beim Kontrollieren eines QR-Codes eines Gastes mittels einem Handy liefern ... in Farbe ... aber halt auch nur, wenn Internet da ist ... und das braucht's ja, denn nur ein Server kann das fälschungssicher liefern ... eben, auch nur Wasser.

SBB Ärger mit Swisspass Kontrolle

Nun habe ich es nicht mehr verhindern können, dass ich für mein Halbtax-Abo halt auch einen roten Swisspass erhalten habe. Dass man das Auge des Kondukteurs als Remote-Control ersetzt hat durch einen Nahbereichsfunk ist ja das eine, dass man den Funk aber nicht nützt, ärgert mich jedesmal.

Konkret: Ich habe den Swisspass im Portemonnaie, und wenn der Kondukteur kommt, halte ich ihm ein Ticket oder das Handy und eben mein offenes Portemonnaie hin, damit er - neben dem Papierticket oder dem optischen QR-Code - ebenso berührungslos den Swisspass checken kann. Ablesen muss er ja nichts mehr vom Swisspass, weil nichts Relevantes mehr drauf ist. Da ich als Software-Entwickler ein NDA mit der SBB unterschrieben habe, konnte ich schon einsehen, wie die SBB den Swisspass nutzt. Da spielt das Äussere des Swisspass überhaupt keine Rolle mehr.

Da ich den Swisspass nicht jedesmal rausnehmen will, halte ich eben das Portemonnaie so hin, dass der Typ bequemstens seinen NFC-Scanner draufhalten kann - ohne dass ich und er Krämpfe machen müssen.

Dennoch wurde ich schon zweimal aufs Gröbere von den Kondukteuren angeschnauzt, dass ich gefälligst den Swisspass rausnehmen muss.

Und das ärgert mich teilweise wirklich masslos, denn wofür hueresiechnomal macht man denn Funk und damit berührungslose Karten? Trainiert die SBB ihre Kondukteure wirklich, den Swisspass in die Hand nehmen zu müssen? Das ist doch in jeder Beziehung ein Rückschritt gegenüber dem früheren Ablesen der Abo-Laufdauer. Und der Kondukteur muss sich sogar der hygienischen Gefahr aussetzen, dass er noch was aufliest - schliesslich könnte mein Swisspass absichtlich mit einem Kontaktgift - zumindest jedoch mit meinem eventuell krankmachenden Bakterienfilm überzogen sein. Wieso diese Knaller das hundertmal schnellere Auge gegen den umständlichen NFC-Leser austauschten und dann dieses Handlich vorschreiben ... bleibt wohl ein Geheimnis. Sowas nenne ich einfach missratenen Technologie-Einsatz.

Das Mobility-Auto kann ich mit simplen Ranhalten des Portemonnaies an die Scheibe des Wagens per NFC öffnen - mit dem Swisspass! Keine Berührung - so ist Funk. So will ich es haben.

Es ist mir an sich scheissegal, was die SBB auf dem Swisspass speichert - drum finde ich den NFC-Approach ja zu 95% richtig, aber dass die von mir nun wirklich verlangen, bei jeder Kontrolle den Pass aus dem schönen Fächli im Portemonnaie rauszuklauben, wo es doch zu beider Seiten Komfort und Schutz nicht mal mehr nötig ist ... das lässt mich nur den Kopf schütteln über den sogenannten Fortschritt. Wie wenn man nichts Besseres zu tun hätte. Und sich dann noch anschnauzen lassen zu müssen ... geht gar nicht.

Dringend gesucht: Arbeit, Auftrag, Job, Mandat

Diesmal ist der Blogeintrag sehr persönlich, bzw. nimmt einen einzelnen Menschen heraus, der sich neu orientieren will oder muss - nämlich mich selbst.

Ich habe letztens geheiratet und sehe mich nun auch einer anderen ökonomischen Verpflichtung gegenüber. Zudem wurde von einer Wirtschaftsförderung für mein gegenwärtiges Projekt die Anschubsfinanzierung verweigert.

Daher hiermit der Aufruf: in der Region deutschsprachiges Europa, Schweiz natürlich bevorzugt, aber auch Deutschland und Österreich suche ich eine bevorzugt teilzeitige Stelle, ein Mandat, zeitlich limitiert oder unbefristet. Es geht mir nicht um Geldoptimierung, sondern um ein finanziell angepasstes Leben in der neuen Lebenssituation.

Mein berufliches CV (Curriculum Vitae) findet sich nach diesem Link.

Es freut mich, wenn es Beachtung und noch vielmehr konkretes Kontaktinteresse auslöst.

Vielen Dank.

Industrie 4.0, Trump, Steuern, Grundeinkommen

Letztens kam bei meinem Lieblingstalker wieder mal der Philosoph Richard David Precht zu Worte. Er ist mir schon öfters aufgefallen, denn er stimuliert die Leute dazu, sich wirklich über die nähere Zukunft, 20-40 Jahre, Gedanken zu machen - und das nicht nur den Politikern zu überlassen, die dann sowieso schon tot sind.

Auch Trump wird das nicht mehr erleben, aber er wirft die Fragen auch auf. Die Industrie 4.0 bzw. der Optimierungswahn der bisherigen ökonomischen Parameter wirft das auch auf. Der Exportüberschuss der BRD ebenfalls.

Es geht um nicht weniger als die Entwicklung der Gesellschaften in den industrialisierten Weltteilen. Denn nach Ansicht Prechts werden in der näheren Zukunft 50% vieler Berufsleute schlichtweg keine Arbeit mehr haben in ihren Gebieten. Damit meint er nicht die Taxifahrer, die das schon in sehr naher Zukunft erleben werden, wohl auch nicht die Reinigungsleute, denen dasselbe blüht wie Fahrern aller Art wie auch Lok- und Schiffsführer, auch Bauern in der Feldbewirtschaftung.

Es darf wohl klar sein, dass diese Jobs innert viel weniger als der früher geschätzten Anzahl Jahre einfach durch Sensoren, Robis und KI ersetzt werden. Der Student, der Taxi fährt zur Finanzierung des Studiums, wird anderweitig nach Kohle suchen müssen. Uber, Tesla und all die anderen werden führerlose Fahrzeuge so anbieten, dass wohl nur noch wenige Flotten übrig bleiben, denn wer muss oder will schon ein eigenes Auto haben, das eh nur rumsteht und Steuern und Abgaben kostet, wenn man einen Roboterwagen auf Zuruf bestellen kann, der einen punktgenau von A nach B fährt und dann eben zurück oder zu anderen Aufträgen übergeht, ohne rumzustehen. Das wissen alle, auch die Autoindustrie. Deshalb ist diese Diskussion zu beobachten im Autoland Germany so interessant. Verpennt haben sie es ja fast, obwohl bei Tesla doch auch Mercedes drin hängt. Diese ganze Haupt- und Zulieferungsindustrie wird massiv verkleinern müssen. Es wird ihr gehen wie der Zeitungsindustrie. Das Internet, bzw. die Technologien darum herum, machen die traditionellen Riesen zu Davids.

Das sehen wir ja jetzt schon, und das ist für all die sogenannt Hochqualifizierten eben kein Ruhekissen mehr. Die Knautschzone wird dünner, denn IBMs Watson, Googles DeepMind, Amazons Alexa, bzw. die Experten-, KI- und BigData-Analysemaschinen dahinter werden die sogenannte "jahrelange Erfahrung" eines Menschen zu einer lapidaren Ausrede für Alte machen.

Ich gehöre auch zu den Alten mittlerweile. Auch ich habe 35+ Jahre IT-Erfahrung, als Softwareentwickler etc. Das war und ist noch ein anspruchsvoller Beruf, aber eben auch sehr automatisierbar. Programme herstellen ist etwas sehr Routinehaftes, etwas, was man getrost Programmen überlassen kann. Die Programme, die das können, müssen derzeit noch hauptsächlich von Menschen gemacht werden, aber das wird auch ändern, denn die Programme sind ja selbstlernend.

Auch medizinische Fachleute sind davon betroffen: Der Röntgenbilder-Analytiker, die nach Anzeichen von Krebs, Tumor und Konsorten suchen, werden abgelöst durch Expertensysteme. Die das nach Lernen von einigen Hunderttausenden von Bildern dann besser können. Dieses Experiment wurde bereits mal in Einsten etc.vorgestellt.

Kurzum: Industrie 4.0 wird auch sogenannte "Erahrungsjobs" wie Börsenheinis, Versicherungsvertreter, Analysten von Daten beliebier Herkunft fast überflüssig machen.

Precht sagt, wir müssen uns ernsthaft die Frage stellen, wie unsere Gesellschaft aussehen soll, wenn Industrie 4.0 so weitermacht wie bisher. Er meint, das sei nach der Industrialisierung die erste, komplett alles umwälzende Revolution. Nicht zu Vergleichen mit der Einführung des Computers. Der ist zwar die Basis, aber der EDV-Apparat, also der Elektronische DatenVerarbeiter, der ist die Grundlage, eben alles, was man digitalisieren kann, zu verarbeiten. Die Musikindustrie musste das erleben, die Filmindustrie auch, die Presse jetzt auch - nicht nur die verkauften Printerzeugnisse, sondern seit neulich vor allem, der von tumben EDV-Apparaten durchgeführte Angriff auf die menschlichen Werte wie Wahrheit, Reputation, Verlässlichkeit,, Referenzen - Merkwort Fake-News, alternative Fakten. Ich habe dazu ja schon einiges geschrieben, doch ich sehe, dass viele Leute in unseren Breitegraden die Konsequenzen noch nicht so klar sehen, denn vielleicht sind sie zu tief in der eigenen Arbeit drin, und sehen das Ende nicht kommen.

Nun, es wird Jobs geben, für die das Geld sicher gern ausgegeben wird. Eigentlich sehen wir die: Es sind die Unterhaltungsangebote: Wenn es heute ein niedliches Baby schafft - von den Eltern natürlich richtig ins Bild gesetzt - aufgrund des menschlichen Kindchenschemas Millionen von Klicks auf Youtube zu "erschleichen" und damit für Werbeeinnahmen für die Eltern zu sorgen, dann ist das, was nach Industrie 4.0 kommt, das, was schon vor 2000 Jahren den römischen Diktatoren das Leben mit dem Volk erleichterte: Brot und Spiele.

Wenn pubertierende Werbemarionetten vom Schlafzimmer aus mehr Kohle kassieren können, als Erwachsene in 40+ Stunden pro Woche ranschaffen können, dann zeigt das wohl schon, dass wir bei den Gladiatorspielen der römischen Kaiser schon längst angekommen sind.

So sieht es auch Precht: Denn was sollen also die Leute tun? Die Produktion all dessen, was wir für den Erhalt der Körper herstellen müssen, wird oder ist bereits automatisiert. Und derart effizient, dass diese Arbeit von immer weniger Menschen überwacht werden muss. Was also mit dem Rest? Arbeiten? Wo?

Das Konzept der Arbeit ist definiert als Tätigkeit, für die man Geld bekommt, die einem das wirtschaftliche Leben in der Kapitalismuswelt ermöglicht. Diese Arbeitsdefinition lässt sich nicht mehr halten.

Daher sagt Precht: Es gibt - wenn man das Geldsystem beibehalten will - nur einen einzigen Ausweg: Das Bedingungslose Grundeinkommen. Wenn die Gesellschaft das über das Konzept des Staates nicht hinbekommt, so wird es nicht nur zu Unruhen sondern zur totalen Destruktion der Staaten kommen, zuerst Nationalismus - aus Angst, Fremde nehmen einem etwas weg, dann Zerfall der Staatsmacht, denn wenn man merkt, dass der eigene Staat einem ja weder was gibt noch einen schützt noch einen menschenwürdig überleben lässt, dann verliert der Staat seine Legitimation.

Der Staat - also wir - müssen davon abkommen, dass wir Arbeit besteuern, statt Finanzflüsse oder Energieverbrauch. Diese müssen die Cashcows werden, denn diese werden ja nicht wie Arbeit immer weniger, sondern immer mehr. Wenn die Politik- und Machteliten es noch lange schaffen, ihre Geldflüsse vor dem Zugriff durch Steuern zu schützen, so wird es immer kritischer, denn der Staat kann mit Arbeitsbesteuerung einfach nicht mehr die Mittel einholen, die er braucht, um seine Kernkompetenzen zu bewältigen. Es ist eigentlich ein Wunder - oder halt immer das Gleiche -, dass wir das nicht endlich angehen.

Auch heute Sonntag im Sonntalk von TeleZüri kam es wieder: Wir alle werden älter, keiner will länger arbeiten, obwohl die Lebenserwartung seit Erfindung des Rentenalters sicher 15+ Jahre gestiegen ist. Aber natürlich soll der Staat einem ein Leben nach der Arbeit ermöglichen - schon nicht ohne eigene Sparleistung, aber dennoch. Nur, womit denn? Es geht einfach nicht auf über die bisherigen Denkweisen. Würde Energie jenseits von Öl auch besteuert, würden wir weniger davon verschwenden und dennoch gut leben, denn alle neuen Industrie 4.0 Features sind elektrisch.

Genauso das Geld: Finanzflüsse laufen im hyperschnellen Transaktionshandel über elektrische Medien, sie belasten also das Energiebudget, die Energieerzeugung - wieso sollen die eigentlich OHNE Besteuerung davonkommen?

Da Internet und Industrie 4.0 dank Globalisierung die Welt ohnehin grenzenlos macht, näher zusammenrückt, kann es ohne Umverteilung der Besteuerungsbasen niemals zu einem förderlichen Weiterleben kommen können. Natürlich, zuerst wird den vermeintlichen Ursachen die Grenze aufgezeigt durch nationalistische Opportunisten. Doch deren Lebensdauer wird wohl selten die Legislaturperiode überdauern. Danach sind sie genauso ratlos wie die Bevölkerungen.

Genau dieses Experiment macht nun Trump: Er ebnet den Mächtigen die Wege: Steuersenkungen, Geldoptimierung, Konservierung von Privilegien. Und was passiert: Die zuvor schon gebeutelten haben die Schnauze voll. Proteste etc. sind da nur das Vorzeichen. Denn wenn die "hard working Americans" endlich auch in den weissen Schichten mal raffen, dass sie das Ende nicht verhindern können, dann wird es wohl sehr kräftig und sehr bald rumpeln in der USA. Oder wieder, wie man's nimmt.

Die USA war und ist der Prototyp des Kapitalismus, nun muss die USA vielleicht der Vorreiter werden zu dem, was nach dem Kapitalismus kommen kann. Wenn es da eine Revolution braucht, so be it.

Denn wie ich schon sattsam schrieb: Die Leute sterben ja nicht weg nach der Arbeitszeit. Wenn wir uns also nicht vom Staat als Lebenshelfer im Alter verabschieden wollen, muss der dafür sorgen, dass er erstens genug Geld hat und zweitens seinen Leuten das minimale Leben auch ermöglichen kann.

Dazu wird er wohl Energie besteuern müssen und vor allem die Geldflüsse. Ich möchte ja nicht wissen, wieviel der Geldmillionen an Werbeeinnahmen auf Youtube und in Werbenetzwerken unbesteuert in die Taschen weniger fliesst.

Wenn Staaten das nicht schaffen, wird das Faustrecht wieder Einzug halten. Ironischerweise wird's dann wohl so, wie wir's ja oft sagen "Wie im Wildern Westen". So be it.

Ceterum censeo: Think globally, act locally.

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